Gehört: Monkey Fist – Infinite Monkey

In Bremen, in Bremen, da wo die Weser einen großen Bogen macht, da lässt es sich bekanntlich gut leben. Und scheinbar lässt es sich im hohen Norden auch wunderbar Musik machen. Monkey Fist heißt das Quartett, das hier in Eigenregie ein beachtenswertes Debüt Album auf die Reise schickt. Torben Janz am Schlagzeug, Jan Schmidt am Gesang, Jann van Damme und Willem-Paul de Gast an den Gitarren und zweiten Gesang, sowie Mathias Krause am Bass geben dem Affen hier mal so richtig Zucker. Sorry, aber bei Songtiteln wie Monkey Fuckfest darf ein Affenkalauer sein.

Was dem Kalifornier seine Mojave-Wüste, ist dem Bremer sein norddeutsches Tiefland. Entsprechend trocken ist die Grundstimmung der Songs. Aber stille Wasser sind tief und die angebliche Wortkargheit der Norddeutschen auch nur ein Gerücht. Monkey Fist haben stilistisch Sabbelwasser getrunken und springen zwischen Fuzz, Stoner, Psychedelic, Noise, Grunge, Rock, Pop, Prog, Soul, Punk fidel hin und her. Das Ganze absolut stimmig und songdienlich austariert. Bunt wie der Bremer Freimarkt und schmackhaft wie das Schaffermahl. Besonders herausstechend ist die Gitarrenarbeit. Was hier in einem Song an den Klampfen passiert reicht bei anderen Bands für eine ganze Karriere. Lediglich beim leicht pappigen Drumsound ist noch etwas Luft nach oben. Ansonsten alles top bei den Bremer Stadtmusikanten. Sollte sich in diesem Jahr das grün-weiße Wunder nicht wiederholen und der SVW muss den Gang in Liga 2 antreten, dann braucht niemand traurig zu sein. Mit Infinite Monkey auf den Ohren wird jede Auswärtsfahrt zum Genuss!

Monkey Fist – Infinite Monkey // Clabaster Records / Clabaster Records VÖ: 10.11.2017
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