curt hört: Molde – Brom

Molde sind momentan wohl nur den absoluten Insidern und Szenefreaks ein Begriff. Was sich allerdings bald ändern dürfte.

Beheimatet in Herzberg/Finsterwalde, einer Gemeinde in der Niederlausitz, leben die beiden Freunde Denes Bieberich und Alexander Günther weitab vom Schuss und den Vor- und Nachteilen des großstädtischen Szenenetzwerks. Da bleibt jede Menge Zeit fürs Selbermachen und Selberausprobieren.

Diese Zeit und Freiheit hat sich das Duo weidlich gegönnt. Die Arbeiten an „Brom“ begannen im April 2010 und wurden erst im Frühjahr dieses Jahres beendet. Schrittweise und mit vielen Pausen versteht sich, sind ja schließlich nicht bei Def Leppard. Molde haben keine Regeln, aber einen Plan. Molde wirken einfach und können doch komplex: All das Schreien und all der Krach scheinen so wunderbar jugendlich und fühlen sich doch erwachsen an. Leidenschaftlich singen die beiden über japanische Skispringer und Ortschaften aus dem brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Molde haben Kraft und liefern Songs, die in dir den Wunsch erwecken, dich zu bewegen, dich zu verlieren in vertrackten Schlagzeug Parts und einer Gitarre, die dich bei den Ohren packt. Musikalisch irgendwo zwischen Postpunk, Noise und Indie (sofern das Wort heute noch erlaubt ist) erzählt uns Molde allerhand über das Suchen und Finden von Klang- oder, etwas fescher ausgedrückt, Soundvorstellungen und das Problem einer eigenen Sprache als Mit- und Gegeneinander mehrerer Stimmen. Diese Geschichte ist Brom, eine eigentümliche Polyphonie von Krach, Pop, großen Gesten und kleinen Überlegungen, Furore und der heimlichen Leidenschaft, Skispringen im Fernsehen anzusehen.

Fazit: Molde haben ihren Heimvorteil genutzt und ‘nen klaren Punktsieg fürs Land eingefahren! Finsterwalde kann genauso gut wie Prenzlauer Berg.


Molde: „Brom“ // Mikrokleinstgarten/Cargo // VÖ: 23.10.2015

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