18. April
Meute @ Tonhalle

Eine Techno-Marching-Band? Wat is dat denn?

Die Hamburger Kombo Meute liefert die Antwort. Die Truppe, deren Bandfotos auf den ersten Blick mit denen von Moop Mama verwechselt werden könnten, hat bis auf Farb-CI und fettem Gebläse so gar nichts mit der Münchner Brassband gemeinsam.

Wer elektronische Musik liebt, weiß, dass da oft nur ein bis zwei Masterminds dahinterstecken. Und sich das dann live anzusehen, hat oft eher einen Party- als einen Konzertcharakter. 
Da steht dann jemand, der ein bisschen an den Reglern dreht, vielleicht auch nur so tut, mit ganz viel Glück ein paar Zeilen singt; und dann feiert man das hart ab.

Meute schaffen Abhilfe. Sie machen elektronischen Sound live tanzbar, und zwar so richtig live. Denn die 11 Leute spielen Synthies, Glockenklänge und Beats elektronischer Musik einfach auf ganz realen Instrumenten nach. Das ist dann nicht nur schön anzusehen, denn chic uniformiert ist Meute natürlich auch, ganz in „Oh When The Saints Go Marchin’ In“-Manier. Das hört sich auch ganz fantastisch an. Mit Pauken und Trompeten und einem umgeschnallten Marimbaphon (wie schwer muss das sein, bitte?) geht es von Februar bis April 2020 auf fette Puls Tour durch ganz Europa. Jap, Meute ist schon so was wie ein deutscher Exportschlager, denn auch in Portugal, Frankreich oder Schweden feiert die Elektro-Gemeinde den Sound der Hamburger Buben.

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https://www.youtube.com/watch?v=DtKdqwRC07A

 

Seit der Bandgründung im Jahr 2015 ist Meute rumgekommen wie noch was: Nordamerika, Südafrika, Festivals oder einfache Straßenmusik. Hauptsache raus und Menschen zum Tanzen bringen, das scheint Meutes Devise zu sein. Ein Album namens Tumult wurde auf der bisherigen Reise gedropt, und eine Live-Platte aus Paris.

Ihren Mega-Erfolg haben sie YouTube zu verdanken. Und auch die Tatsache, dass jene DJs, deren Songs das Dezett +1 covert, das auch gut finden und wertschätzten, trägt zur wachsenden Fangemeinde bei. Denn das ist das Prinzip von Meute: 
Statt eigene Songs zu komponieren, schnappen sie sich lieber bekannte Hymnen und interpretieren sie nach eigenem Ermessen. Was dabei rauskommt, ist einfach nur schön. Dass elektronische Musik etwas sehr Ursprüngliches hat, ist kein Geheimnis. Indigene Stämme nutzen tranceartige Rhythmen, um in einen Zustand zu gelangen, der von allem Irdischen losgelöst ist. Umso schöner ist es also, wenn elektronische Musik nicht nur steriles Wiederholen ist, sondern eine vertraute Wärme erfährt, wie sie es durch echte Trommeln und echte Bläser eben tut.

Wer sich also mal wieder vom irdischen Wahnsinn lossagen möchte, der muss noch geschwind überwintern. Ende April darf der Wettergott dann hypnotisch angetanzt werden, mit der Bitte um einen schönen, langen Sommer.


Meute > Homepage // 18.04.2020 // Tonhalle München // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr // 
Tickets ab 35 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen > Tickets und weitere Infos