29. April
Premiere: Der Menschenfeind @ Münchner Volkstheater

Am 4. Juni 1666 wurde Molières Theaterstück Der Menschenfeind oder der verliebte Melancholiker uraufgeführt und bietet den Zuschauern tiefe Einblicke in die fundamentale charakterliche Spaltung des Protagonisten Alceste, den Menschenfeind, der für sich den hohen Anspruch erhebt, ohne Heuchelei leben zu wollen.

Im Haus der jungen koketten Witwe Celimène geht es zu wie im Taubenschlag. Ständig empfängt sie neue Gäste. Dass darunter mindestens 99 % Liebhaber sind, darin ist sich Alceste sicher. Er selber ist unsterblich verliebt in sie und möchte sie alleinig für sich haben. Überhaupt ist Alceste nicht mehr einverstanden mit der Ordnung der Welt. Er sieht überall Unrecht, Verstellung und Selbstsucht. Als Dichter fühlt er sich ohnehin an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Sein Freund Philinte versucht ihn zu besänftigen und ihn zur Einsicht zu bringen, dass man die Menschen eben nehmen soll, wie sie sind. Doch Alceste hat beschlossen, allen die Wahrheit zu sagen, sei sie noch so unhöflich und verletzend zugleich. So verwickelt er sich in einen Prozess mit dem Politiker Oronte, dessen Gedicht er zerrissen hat und ihm jegliche Dichtkunst absagt.

Arsonoé spielt Alceste einen Briefwechsel in die Hand, der Celimènes Untreue beweisen soll. Bei einer Zusammenkunft aller Liebhaber bittet Alceste Celimène sich für ihn zu entscheiden, doch sie lehnt dies ab – fühlt sie sich doch zu jung für einen solchen Schritt und will nicht auf andere Männer verzichten. Ob Celeste sich alleine auf eines seiner Landgüter zurückzieht, bleibt am Ende offen.