25. Januar–4. März
Mein Kampf im Münchner Volkstheater

George Taboris groteskes Verwirr-Spiel „Mein Kampf“ spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

In einem Männerwohnheim in der Wiener „Blutgasse“ mietet sich der junge Künstler Adolf Hitler ein, der seine Studien an der Wiener Kunstakademie verfeinern will. Dort trifft er auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, der sich fast schon mütterlich um den unerfahrenen Provinzler kümmert. Er wird zum Schöpfer seiner charakteristischen Barttracht und unterrichtet ihn in demagogischen Kunstgriffen.

Im weiteren Verlauf der mitunter grotesken Handlung von „Mein Kampf“ wird Herzl das erste Opfer des sich allmählich ausprägenden Antisemitismus Hitlers, der „als Täter, als Sensenknabe, als Würgeengel ein Naturtalent“ ist. Im letzten der insgesamt fünf Akte vermittelt Hitler eine Vorahnung von den Auswirkungen seines nunmehr geschulten „Talents“, indem sein Freund Himmlischst und „sieben Tiroler Lederdeppen“ das Kellerasyl in der braunen Farbe ihrer „Bewegung“ tünchen. Hitler, der wild entschlossen ist, die Welt zu retten, macht Jagd auf ein Buchmanuskript von Herzl, in dem er rufschädigende Passagen und eine weltweite Verschwörung vermutet.

Zum Ende hin verdeutlicht er mit kaum zu überbietender Perfidie, dass er nicht allein das Buch, sondern auch das Judentum in seiner Gesamtheit vernichten will. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt und mündete im Völkermord an den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.


Mein Kampf von George Tabori im Münchner Volkstheater // Premiere am 25. Januar 2018 //  Beginn: 19.30 Uhr // Große Bühne //  Tickets: 14 Euro bis 31 Euro unter Homepage

Regie: Christian Stückl, Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier, Musik: Tom Wörndl, Dramaturgie: Dima Schneider