Gehört: Meat Wave – The Incessant

Herrlich 90er Jahre Noise Rock mäßig! Die Chicago Punkrocker Meat Wave legen auf ihrem neuen Album The Incessant los wie die vielzitierte Feuerwehr. Perfekt in Szene gesetzt wurden die knappen Songs vom Urvater des obskuren Gitarrenkrachs Steve Albini höchstpersönlich. Der Spirit von frühen Nirvana, den Hot Snakes, Shellac oder den Jesus Lizards zieht sich wie ein roter Faden durch die 12 Songs des dritten Studioalbums des Trios. In bester Manier hektisch und nervig arbeitet sich Sänger Chris Sutter an seiner kürzlich in die Brüche gegangenen Beziehung ab. Flucht vor der Realität ist das große Thema, was er mit viel schwarzem Humor und Selbstironie in seine Texte packt. Übernimm’ Verantwortung für dein Handeln, auch wenn du die schlechtmöglichste und höchst zerstörerische Variante wählst. Ein interessanter Ansatz, der wohltuend aggressiv und angepisst klingt. Vielleicht der notwendige Tritt in den Hintern aller Punks und Hardcorler, die gerade ihre große Leidenschaft für allzu softes Folkrock Songwriting entdecken. Meat Wave sind auch 2017 äußerst effektiv, präzise und immer hoch frustriert.

Meat Wave – The Incessant > Bandcamp // Big Scary Monsters / Al!ve // VÖ: 17.02.2017