27. Juni
curt präsentiert: Maximo Park, Frightened Rabbit & Fuck yeah

Indiebands gibt’s ja wie Sand am Meer. Die Konkurrenz ist groß, sich stilistisch von der breiten Masse abzuheben und nicht darin unterzugehen nicht gerade einfach. Sehr hilfreich kann dabei ein Debütalbum sein, das einigen Wirbel erzeugt. So geschehen ist das z.B. bei Bands wie den Arctic Monkeys (“Whatever people say I am, that’s what I’m not”), Arcade Fire (“Funeral”), Franz Ferdinand (“Franz Ferdinand”) oder The New Pornographers (“Mass Romantic”), die alle in den ersten 2000er Jahren überragende Erstlinge hinlegten. Und in diese Kategorie fällt auch “A certain trigger” der fünfköpfigen Indie-Brit-Rocker von Maximo Park.

Ungeschliffen, wild und leidenschaftlich kam das Album damals daher, mit schrammeligen Gitarren, abgehackten Drums und mal überschwänglich-euphorischen, mal melancholischen Lyrics von Frontmann Paul Smith. Über die Jahre ließ die Band seitdem vier weitere Alben folgen, hier und da etwas ruhiger und pop-lastiger, aber immer noch mit dem Geist ihrer ersten Platte und einer ganzen Latte großartiger Hits – allesamt schafften es unter die Top 30 der Albumcharts hierzulande. Dezember 2015 feierte die Band dann ihren 10. Geburtstag mit einer Reihe Anniversary Shows, darunter auch in einem gerammelt vollen Backstage-Werk in München. Und wenn der charismatische Derwisch Paul Smith vorne wie von der Tarantel gestochen über die Bühne wetzt und Songs wie “Apply some pressure”, “Girls who play guitars” oder “Our velocity” mit seinem nordenglischen Akzent ins Mic schmettert, begleitet von einer sich blind verstehenden Band mit unwiderstehlichem Verve, wird auch diesmal der Funke wie selbstverständlich überspringen und direkt in die Beine des Dachauer Publikums schießen. Maximo Park ist eine waschechte Live-Band mit richtig Dampf unter der Haube, wovon man sich unbedingt selbst überzeugen sollte.

Nicht weniger aufregend, wenn auch weniger wild, ist aber auch Band Nr. 2 im Indie-Doppelpack des Abends: Frightened Rabbit. Die fünf Schotten aus Glasgow haben mit “Painting of a Panic Attack” ein brandneues Album im Gepäck. Und auch sie blicken auf über zehn Jahre Bandgeschichte zurück, nachdem sich die Brüder Scott und Grant Hutchinson 2004 zur Gründung der Indie-Rock-Formation entschieden hatten.

Das jüngste Werk glänzt vordergründig vor allem mit schönen, verträumten Mid-Tempo-Nummern, die sich aber auch mitten im Stück schon mal hymnisch erheben können, wie bei der Single-Auskopplung “Get out”. Hört man bei den Lyrics aber genauer hin, ist das Ganze allerdings gar nicht mal mehr so luftig-locker. Da geht es um Dinge wie Reue, Enttäuschung, Selbstzweifel. Von diesen Gefühlen geplagt verarbeitet Frontmann Scott Hutchinson seinen Seelenzustand in seinen Texten – und schon klingt das Gesamtgebilde eher melancholisch-nachdenklich. Und dabei zwar etwas geschliffener und im gewissen Sinne perfektionistischer als das hochgelobte und großartige Vorgängeralbum “Pedestrian verse”. Aber gleichzeitig auch wunderbar ehrlich, offen, erwachsen und ziemlich persönlich. Zusammen mit den Live-Qualitäten der Band dürften sich also selbst in einer lauen Juni-Nacht Gänsehautmomente auf dem Dachauer Rathausplatz ergeben.

Die Dritten im Bunde und gleichzeitig der Opener sind an diesem Abend die Münchener von FUCK YEAH, die ebenfalls eine neue Platte am Start haben: ihre EP “Established 2015”:

Lasst euch den Konzertabend mit den drei Bands am 27. Juni auf dem Dachauer Musiksommer auf der Zunge zergehen, vor allem, wenn ihr vielleicht sogar für umme mit Begleitung dabei sein könnt.

Die Gewinner unserer Kartenverlosung wurden informiert!


curt präsentiert: Dachauer Musiksommer am 27. Juni mit Maximo Park, Frightened Rabbit und FUCK YEAH >> FB Event // Rathausplatz // Beginn: 19.30 Uhr // Tickets VVK: 28,39 Euro zzgl. Gebühren