20. Mai
Max Goldt auf Lesetour im Münchner Volkstheater

Ein gern gesehener Gast im Münchner Volkstheater kehrt zurück. Nein, nicht mit einem neuen Buch im Gepäck, aber mit seinem Abendprogramm „Schade um die schöne Verschwendung“.

Hier führt er dem gemeinen Leser und Zuhörer die Kuriosität und Widersprüchlichkeit des Alltags in Form von unveröffentlichten und bereits erschienenen Texten vor, die humorvoll, moralisch und zugleich intelligent sind.

Seine Bücher tragen Titel wie „Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz“ und „Die Chefin verzichtet auf demonstratives Frieren“. Letzteres enthält Skurriles, Grelles und Bedächtiges in der typisch „goldtigen Art“. Max Goldt erörtert hier Fragen, deren Relevanz nicht jedem von uns bis jetzt klargewesen sein dürfte. Wie z.B. „Würden Männer dem Klima nützen, wenn sie anfingen, ,Yogurette‘ zu essen?” oder „Weshalb sind Empfangstheken internationaler Hotelketten nach wie vor Refugien übergriffiger Jungrezeptionistinnen?“.

Daniel Kehlmann umschreibt Max Goldts Werk treffend als „sehr komisch, dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat“.

Der in Berlin lebende Autor und ehemalige Titanic-Kolumnist Max Goldt arbeitete bereits als Songwriter und Sänger und hat als Comictexter zahlreiche Comicbände herausgebracht. Seine Texte, für die er unter anderem mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor oder dem Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire ausgezeichnet wurde, liest er heute im gesamten deutschen Sprachraum.

Fazit: Zur Max Goldt-Lesung, da muss man einfach mal hingehen. Anschauen und vor allem Anhören. Und nicht nur aufs Lachen aus sein.

TEXT: Birgit Bramlage