24. November
Mark Lanegan Band @ Strom

Dark Mark tritt ans Licht. Schon seit 1984 treibt der griesgrämige Hüne aus Washington nun schon sein Unwesen. Dabei hat Mark William Lanegan in über 30 Jahren nicht nur den Grunge überlebt und mit einer der derzeit angesagtesten Rockbands getourt. Er hat sich ganz nebenbei auch selbst geheilt und als respektabler Solokünstler und Feature-Gast etabliert. Nun zieht es den umtriebigen Künstler endgültig in elektronische Gefilde. Mit Somebody’s Knocking erscheint am 18. Oktober das nunmehr elfte Soloalbum. Am 24. November tritt der einsame Wolf zusammen mit seiner Mark Lanegan Band im Strom Club auf.

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https://www.youtube.com/watch?v=MAvWG8aqK0M

 

Zerbrochene Spiegel, leere Whiskeygläser und eine Bar voller Rauch. Mark Lanegans Stimme steht in einer Reihe mit den Großen des Crooner-Genres. Vergleiche mit Tom Waits, Nick Cave oder Leonhard Cohen sind zwar treffend, doch fügt Mark Langan dieser ganzen Schwere auch immer wieder einen Funken Hoffnung hinzu. Lanegan, der einstige Frontmann der legendären, aber doch stets Untergrund gebliebenen, Band The Screaming Trees hat nicht nur Kobain und Staley gehen sehen. Sein Leben, geprägt von Alkohol und Drogen sowie dem Verlust zahlreicher geliebter Menschen, ist auch der Stoff seiner bittersüßesten Alben. Mit Bubblegum schwamm sich der sympathische Griesgram vor rund zehn Jahren frei, nachdem er zusammen mit den Queens of the Stone Age einem jüngeren Publikum bekannt wurde. Es folgten Kolllaborationen mit Greg Dulli von den Afghan Whigs, den Soulsavers und Isobell Campbell. Aber auch die Engländer Duke Garwood und James Lavelle von UNKLE wurden auf die Stimmqualitäten Lanegans aufmerksam.

Vollends zum erfolgreichen Solokünstler mauserte sich Lanegan dann mit Blues Funeral im Jahre 2012. Mit eigener Band im Rücken und Weggefährten wie Alain Johannes und Chris Goss auf dem Produzentenstuhl, wagt sich der düstere “Nightporter” in elektronische Synthie-Gefilde. Nein, er entdeckt sogar die Disco, bleibt aber auch hier eher in der Ecke murmelnd stehen, als dass er die Tanzfläche entert. Auf seinem neuen Album Somebody’s Knocking zeigt sich die Grunge-Legende jedoch so beschwingt und zuversichtlich wie nie. Zwar ist es umissverständlich Lanegan, den wir aus den Boxen brummen hören, doch mehr denn je finden Einflüsse aus New Wave und Krautrock ihren Weg ins Ouevre des Buhmanns. Für viele ein nicht ganz willkommener Schritt, doch für all diejengigen, die Lanegan über die Jahre ans Licht gefolgt sind, ein lohnenswerter Abstecher in die Heiterkeit. Aber ohne Licht kein Schatten und ohne Schatten kein Licht. Wer wäre Mark Lanegan, wenn nicht auch ein leeres Whiskey-Glas in Form von alten Klassikern wie One Way Street auf der Setlist stehen würde?

Bevor uns Mark Lanegan in seiner im nächsten Frühjahr erscheinenden Biografie “Sing backwards and weep” tiefe Einblicke gewährt, tut er dies am 24. November musikalisch mit Band im Strom. Als Support sind The Mambranes aus dem UK bestätigt.


Live: Mark Lanegan Band > Homepage // Support: The Membranes > Homepage // 24. November 2019 // Strom // Beginn 20 Uhr // VVK 39,90 EUR zzgl. Gebühren

Foto: Travis Keller > Homepage