Gehört: Maria Taylor – „In The Next Life“

„Wenn ich morgen sterben würde, was sollte dein letztes Album aussagen …?“ Mit dieser doch eher existenziellen Frage ging Maria Taylor ans Songwriting für ihre neue Platte. Die dann auch den naheliegenden Titel „In The Next Life“ verpasst bekommen hat. Aber keine Bange, mit einem zeitigen Ableben der Dame ist nicht zu rechnen. Gut, bei der diesjährigen Mortalitätsrate im Musikgeschäft kann man nie wissen, aber Frau Taylor steht statistisch gesehen in der Mitte und damit Blüte ihres Daseins. Und so wirken die Songs auch: locker und leicht, weit entfernt davon, auf dem Dornenpfad des Lebens komponiert zu sein.

Maria Taylor hat in den letzten Monaten einige persönliche Veränderungen vorgenommen. Sie ist wieder zurück nach Kalifornien gezogen, hat sich im nächsten Schritt von der Saddle-Creek-Posse um Conor Oberst emanzipiert und entwirft mit ihrem Lieblingssongwriter und Produzenten Nik Freitas eine Idee von ihrer musikalischen Zukunft. Diese verspricht deutlich linearer und poppiger auszufallen. Verspielte Electronica- und schräge Indie-Elemente finden sich in den Songs auf „In The Next Life“ so gut wie gar nicht mehr. Die 10 Kompositionen kommen auf gerade mal 35 Minuten. Die sind aber wohltuend warm und bewegend und erzählen Geschichten von Familie, der Fragen nach dem persönlichen Vermächtnis, den Sorgen im Alltag und dem ständigen Streben nach dem kleinen Glück. Getragen zweifellos von Maria Taylors wunderbarer Stimme mit dem perfekten Bambifaktor. Ex-Lebensgefährte Conor Oberst gibt auf der Vorabsingle „If Only“ den Duettpartner, Joshua Radin ist bei „It Will Find Me“ und „Pretty Scars“ zu hören.

So vereinen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf „In The Next Life“, und curt wünscht der Dame noch ein langes und erfülltes Leben.


Maria Taylor: „In The Next Life“ // Grand Hotel Van Cleef/Indigo // VÖ: 02.12.2016
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