28. Februar
curt präsentiert: Madrugada

Gänsehaut. Schnappatmung. Herzstillstand. Tief durchatmen und sich den Schweiß von der Stirn wischen. So muss man sich die Reaktion von eingefleischten Madrugada-Fans vorstellen, als die Band nach zehn Jahren Pause verkündete: „Wir sind wieder da. Und wir kommen.“ Die Norweger kehren auf Europas Bühnen zurück und machen dabei am 28. Februar auch in München Halt.

Madrugada hat sich in den späten 90er- und frühen 00er-Jahren eine treue Fangemeinde erspielt. Sänger Sivert Høyem, Gitarrist Robert S. Burås, Bassist Frode Jacobsen und Schlagzeuger Jon Lauvland Pettersen formten 1995 die Band in Oslo und kreierten ihren düsteren, blueslastigen Alternative-Rock. Dieser lebt besonders von Burås’ virtuosem Gitarrenspiel, Høyems sattem, vielseitigem Bariton und dem malerischen, poetischen Erzählstil der Band. Entgegen 90er-Bands wie Radiohead, die anfangs klangen wie Garagenrock und heute hauptsächlich auf abgefahrene Effekte und eklektrisches Songwriting setzen, zog Madrugada sowohl Spiel- als auch Erzählstil stringent durch. Zwar sehen wir auf ihrem dritten Album Grit mehr Experimentierfreude, und vor allem auch ihren größten Song Majesty, doch die Band blieb ihrem Stil immer treu.

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https://www.youtube.com/watch?v=0luBzkOsPWk

 

Im Jahr 2007 bekamen die melancholischen, traurigen Melodien einen Grund: Robert S. Burås wird im Alter von nur 31 Jahren tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er hatte zu dem Zeitpunkt an neuen Songs für das fünfte und bislang letzte, selbstbetitelte Studioalbum der Band gearbeitet. Die Band beschloss, die Platte trotz allem zu veröffentlichen, und brachten 2008 Madrugada heraus. Im selben Jahr spielten sie, was ein Jahrzehnt lang ihr letztes Konzert sein würde.

Nun steigen die Gründungsmitglieder minus Burås wieder zusammen auf die Bühne. Alte Fans mögen skeptisch sein. Ist die Musik ohne das beseelte Gitarrenspiel des verstorbenen Gitarristen noch dasselbe? Vermutlich nicht, aber das muss, ja soll es auch nicht sein. Wichtig ist nur, ob Madrugada seinem Andenken gerecht wird. Das haben schon andere geschafft: Metallica, AC/DC, Queen, TV on the Radio, Surfer Blood, um nur einige zu nennen. Und gerade für Fans, die noch nicht alt genug waren, um auf eins ihrer Konzerte zu gehen, oder sie erst nach ihrer Auflösung kennengelernt haben, ist dieses Konzert im Technikum eine lang ersehnte Wunscherfüllung. Kein Wunder, dass es schon ausverkauft ist.

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curt präsentiert: Madrugada > Homepage > Facebook > Twitter // 28. Februar // Technikum // Einlass: 19 Uhr, Beginn 20 Uhr // Ausverkauft

Foto: Knut Aaserud