22. April
curt präsentiert: Lucius im STROM

„Ach du meine Güte!“ – was soll man von einer Band erwarten, die ihr Album so betitelt? Wenn es von Lucius kommt, einem weiblichen Sänger-Duo choralen Ausmaßes, dann durchaus eine Menge! „Good Grief“ ist das zweite Album der New Yorkerinnen und wieder ein Popalbum voller Charisma und Charme. Größtenteils!

Das Wechselspiel der beiden Stimmengewalten kann man als stilprägend und durchweg gelungen bezeichnen. Stets dynamisch, lebhaft und spritzig – sozusagen ein Gin Fizz mit Orange. Aber auch gerne mal rotzig, wie ein Vodka mit Pepperoni-Note, wenn die kurzgehaltenen Lucius-Vocals lautstark geschmettert werden. Durchaus erfreulich: die Werbejingles sind verschwunden. Dafür wirkt das Album an manchen Stellen so überproduziert clean, dass man bei Songs  wie „Something about you“ auch kurz meint, eine neue Maria Carey-Nummer im Ohr zu haben.

Diese unterschiedlichen Interpretationen sind mit Sicherheit auch auf die Liste der zahlreichen Produzenten zurückzuführen: Mit Shawn Everett (Weezer, The Alabama Shakes) und Bob Ezrin (Alice Cooper, Kiss, Pink Floyd) und Mischer Tom Elmhirst (Adele, Beck) zwar die Creme de la Creme, aber auch durchaus gefährlich für eine noch junge Band! Aber alles in allem ist „Good Greif“ eine gelungene Fortsetzung von “Wildewoman“, dass man unbedingt hören sollte. Inhaltlich erinnert es an das aktuelle Album von Boy, denn die Sängerinnen Jess Wolfe und Holly Laessig setzen sich besonders mit den Erlebnissen der letzten, ruhelosen Tourjahre auseinander. Zwischen zahllosen Auftritten und PR-Terminen gibt es eben doch ein Wechselspiel aus Einsamkeit, Trauer, Erschöpfung und natürlich der abendlichen Erfüllung auf den Bühnen dieser Welt, das es zu verarbeiten gilt.

Ins Münchner Strom werden die beiden Ladies wieder mit dem Multiinstrumentalisten Andrew Burri, sowie Peter Lalish und Dan Molad kommen. Das Strom ist nicht bedeutend größer als das Atomic Cafe, in dem sie im Frühjahr 2014 zu Letzt spielten und so hoffe ich auf ein erneutes Live-Momentum. Damals löste sich die Band zur Zugabe von der Elektronik, um im Kreis der muxmäuschenstillen Zuschauer zwei Songs zu performen. Ein prickelndes Erlebnis, sozusagen ein Schöfferhofer-Weizen zum Abschluss. Schade, dass das nicht auf der Getränkekarte des Stroms steht.

curt präsentiert: Lucius >> Homepage // Support: Clara-Novus >> Facebook // 22. April im STROM // Tickets VVK: 14 Euro zzgl. Gebühren


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