Gehört: Lubomyr Melnyk – Fallen Trees

First there came Franz Lizst … then came LUBOMYR. Nein, an Selbstbewusstsein scheint es dem ukrainisch-kanadischen Komponisten und Pianisten Lubomyr Melnyk nicht zu mangeln. Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag bringt der Mann, der mehrere Weltrekorde als „schnellster Pianist“ innehat, sein neues Werk Fallen Trees via Erased Tapes auf den Markt. Der in München geborene Melnyk möchte nichts anderes tun, als seinem Instrument – dem Klavier –  eine neue Sprache zu verleihen. Sein Debütalbum KMH: Piano Music in the Continuous Mode, welches er im Alter von 40 Jahren aufgenommen hat, zählte das New Yorker Stadtmagazin „Village Voice“  zu den „10 albums you can’t live without“.

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https://www.youtube.com/watch?v=5qT1IxvaEQ0

 

30 Jahre später deutet bei dem Kosmopoliten Melynk nichts auf Tempodrosselung oder der Sehnsucht nach dem Ruhestand hin. Fallen Trees strotzt vor Vitalität und lebt von der einzigartigen Klangsprache, für die Lubomyr Melnyk auch über die Neoklassik- und Jazz-Szene hinaus verehrt wird. Inspiriert wurde der mittlerweile in Schweden lebende Komponist während einer langen Zugreise durch Europa. Eine Reihe frisch gefällter Bäume löste bei ihm ein Gefühl von Melancholie und Bedauern gepaart mit der Zuversicht, dass die Natur selbst im Moment des Raubbaus noch Anmut und Glorie zu versprühen vermag, aus.

Die Musik auf Fallen Trees wurzelt auf einer besonderen Bindung zu Natur und Umwelt und trägt die Kraft der Naturgewalten in sich. Gemeinsam mit befreundeten Kolleginnen und Kollegen aus dem Erased-Tapes-Umfeld hat Melynk Musik aufgenommen, die einerseits voller Melancholie und Bedauern ist und auf der anderen Seite kraftvoll und erhaben, ja geradezu glühend anmutet. Besonders beeindruckend ist das Stück Barcarolle, welches mit seinen fließenden Klangketten und mitreißenden Tonfolgen einen Schulterschluss von Pop und Klassik bildet.


Lubomyr Melnyk – Fallen Trees // Erased Tapes / Indigo // VÖ: 07.12.2018 > Homepage