25. Juni
curt präsentiert: LOW

Songs zwischen Dunst und Dämmerung, zwischen Sprühnebel und dicken, fetten Wolken erwarten uns bei Low. Bei Weitem nicht nur durch eine Vorliebe für Slow-Mo zeichnet sich der stilbildende Sound der Indieband aus, sie bestechen durch detailverliebte Arrangements und ein untrügliches Gespür für facettenreiche Stimmungen.

Elf Studioalben haben die Indie-Recken, die sich 1993 gründeten, bislang vorgelegt. Seit sie sich in den 90er-Jahren mit Platten wie „I Could Live in Hope“ (1994) oder „The Curtain Hits the Cast“ (1996) ihren festen Platz in unseren jungen Herzen gesichert haben, riss die Produktivität der drei aus Minnesota sehr zu unserem Frohlocken nicht ab. Vielleicht ist einigen noch das legendäre Album „Things We Lost In The Fire“ von 2001 in Erinnerung, das tröstlich und eindringlich Melodien und Melancholien wie fluoreszierende Schlossgespenster in die Luft gesetzt hat. Sie sind immer noch um uns und wabern weißlich durch Musikgedächtnisse und Gehörgänge.

Slowcore, das ein bisschen alberne, aber nichtdestotrotz einflussreiche Label, das man dem Style der Band aufgedrückt hatte, beschrieb ihren runtergeschalteten Sound ganz gut. Aber keine Angst vor verschnarchter Mucke zum Wegdösen, denn auch die jüngeren Songs sind nicht einfach nur langsam, sondern zugleich fesselnd und von dramaturgischer Raffinesse, die einen sofort in Beschlag nimmt. Zarte Naivität und kapellare Düsternis, Mimi Parkers Gesang gegen Alan Sparhawks, ihr harmonischer Pärchengesang zusammen, Angespanntheit, aber auch Zartheit – Low könnnen in einem Moment goldfarben und mellow klingen, dann wieder verunsichernd und aufrüttelnd. Aber selbst in diesen Momenten lädt die Musik dazu ein, sich mitnehmen zu lassen wie von einem saugenden Wind, einer Welle. Endlich Teil einer Bewegung! Oder wenigstens Teil einer großen klanglichen Gruppenmeditation.

Lows letztes Album, „Ones and Sixes“ von 2015, ist hier und da fast mid-tempo (Midcore jetze?) und auch verspielter in seinen Arrangements. Das kann man mögen, muss man aber nicht, vor allem, wenn man auf den Low-Sound der ersten Stunde steht und immer wieder das Lieblingsgericht serviert bekommen möchte. Dem herrlich pathetischen Wumms, den Low ebenfalls virtuos bedienen können, tut es jedenfalls gut und die üppiger aufgetragene Atmosphäre bringt eine frische Prise in ein altes Rezept. Es gelingt wenigen Bands, die 20-Jahre-Marke zu knacken. Low ist es gelungen, und sie sind noch verdammt lebendig, wie man ihnen klar und deutlich anhören können wird.

Die Gewinner unserer Kartenverlosung wurden informiert!


curt präsentiert: LOW > Homepage // Support: Daniel Blumberg // 25. Juni im Muffatwerk, Ampere // VVK: 22 Euro plus Gebühren, AK: 27 Euro // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr

Foto: Zoran Orlic