Gehört: Love A – Meisenstaat

Zum Glück waren Love A auch schon vor der Corona-Pandemie recht angepisst vom Dies und vom Das. Entsprechend vertraut klingen die Songs auf der neuen Scheibe der Hamburg Trierer Musikantengemeinschaft. In den fünf Jahren, die seit Nichts ist Neu vergangen sind, ist die Band im Produktionsprozess zu Meisenstaat wieder näher zusammengerückt. Das Album ist ausschließlich innerhalb der Band entstanden und trägt deutlich die Handschrift von Produzenten und Schlagzeuger Karl Brausch.

„Wir hatten bei den Aufnahmen ein starkes Proberaumflair. Der ganze Prozess ohne Beteiligung von außen war ein totales Mit- und Füreinander“, beschreibt Sänger Mechenbier die Zeit im Studio des Drummers. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben ohne Zeitdruck immer dann an der Platte zu arbeiten, wenn wir Lust und Zeit dazu hatten.“

Lotterleben braucht eben keinen Masterplan. Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung über Stillstand bleiben die Trademarks von Love A. Im Alltag finden sich die Themen für die zynischen, sarkastischen, bissigen Texte, die nach wie vor abstrakt und sinnbildlich bleiben ohne ins Streberhafte zu kippen. Ich sing’ nicht mehr von Wut im Bauch, weil’s zu einfach wär’. Klingt komisch, doch ich singe diese Lieder nicht. Bin ferngesteuert, und die Lieder singen mich. Das Artwork von Gitarrist Stefan Weyer spiegelt die Stimmung die Meisenstaat versprüht im fahlen, eisigen Blaugrau wider.

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https://youtu.be/nX5UIAXiMsE

 

Musikalisch bleiben die Herren im New Wave und Post-Punk Outfit, welches ihnen einfach gut zu Gesicht steht. Flimmernde Wave-Gitarrenriffs, ein schummriger Bass und ein energisches, geradliniges Schlagzeugspiel bereiten das Feld für Jörkk Mechenbiers Gesang. Seine Stimme hat in der Vergangenheit durchaus polarisiert. Zu exaltiert, zu aufgeregt und schrill. Bei diesen Aufnahmen bewegt er sich dagegen vermehrt in tieferen Lagen ohne nur einen Millimeter an Ausdrucksstärke zu verlieren. Wenn dann die Server brennen und deine Welt zerbricht, dann schreib mir keine Nachricht, denn die erreicht mich nicht. Klopf nicht an meine Türe, wenn du verzweifelt bist, ich bin für immer offline, was das Real-Life betrifft. Wenn alles mal am Ende ist, werden die Menschen sagen Love A haben es schon immer gesagt!

Love A – Meisenstaat // Rookie Records / Indigo // VÖ: 19.08.2022 // > Facebook