17. April
curt präsentiert: Laibach

Wenn Laibach auf einer Bühne einmarschieren, wird Totalitarismus vorübergehend salonfähig. Mit ihrem martialischen Schmiss und ihrem meisterhaften Spiel mit faschistoider Symbolik und Rhetorik haben sich die Slowenen gerade in den späten Neunzigern einen festen Platz im Herzen der schwarzen Szene gesichert. Aber ihre Musik auf NDH mit ein wenig Fascho-Chique zu reduzieren, würde dem Phänomen Laibach nicht im Ansatz gerecht. Als Mitbegründer des Künstlerkollektivs „Neue Slowenische Kunst“ packen Laibach ihre Songs und Performances randvoll mit Rezeptions- und Bedeutungsebenen – an denen man sich auch ordentlich reiben kann und soll.

Für mediale Furore sorgten Laibach, als sie im letzten Jahr im nordkoreanischen Pjöngjang aufspielten – ein subversiver Akt erster Güte für die in den letzten Atemzügen des kommunistischen Jugoslawien gegen den Widerstand des Regimes gegründete Formation. Dabei wird auf politische Statements genauso verzichtet wie auf übermäßigen Ironiegebrauch. Durch Überidentifikation eigene Gedanken provozieren, das ist der Kern von Laibachs „Militant Classicism“. Aber letztlich bringt es Philosophie-Popstar Slavoj Žižek ziemlich auf den Punkt: „Laibach sind nicht die Antwort, sie sind ein großes Fragezeichen.“

Ob man in den politischen Subtext eintauchen und sich an den vielen Schichten dieses ambitionierten Projekts aufarbeiten oder einfach zu fetzigen Beats in bizarrer Ästhetik abgehen möchte – Laibach finden immer und überall ihr Publikum. Sogar in Nordkorea.

Die Gewinner unserer Kartenverlosung wurden informiert!


curt präsentiert: LAIBACH – The Sound of Music // 17. April // Muffathalle // Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20:30 Uhr // Sitzplatz: VVK: 29 Euro, AK: 35 Euro >> Homepage