Im Kino: Das Leben ist ein Fest

Schwierigkeiten? Die ist Max (Jean-Pierre Bacri) eigentlich gewohnt, in seiner langen Karriere als Hochzeitsplaner ist er noch mit jedem Problem fertig geworden. Doch sein aktueller Auftrag bringt auch ihn an den Rand seiner Kräfte. Bräutigam Pierre (Benjamin Lavernhe) ist ein selbstverliebter Snob. Max’ Assistentin Adèle (Eye Haïdara) gerät ständig mit dem Sänger James (Gilles Lellouche) aneinander. Fotograf Guy (Jean-Paul Rouve) benimmt sich ohnehin wie die Axt im Walde. Julien (Vincent Macaigne), der Schwager von Max, macht sich an die künftige Braut (Judith Chemla) heran. Und dann wäre da noch Max’ Geliebte Josiane (Suzanne Clément), die nun endlich aber Nägel mit Köpfen machen will.

Das Leben ist ein Fest curt München

Bei einigen Gags merkt man doch recht deutlich, dass sie die Übersetzung nicht ganz unbeschadet überstanden haben. Wortspiele funktionieren in Komödien nun einmal selten in einer Fremdsprache. Die meiste Zeit über verlässt sich das Regieduo Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) aber zum Glück lieber auf eine Mischung aus Situationskomik und schräge Figuren. Letztere sind dann auch der Höhepunkt von „Das Leben ist ein Fest“. Ob es der Sänger ist, dessen Selbstliebe das eigene Talent deutlich übertrifft, der ständig im Schlafanzug herumschlurfende Julien oder auch Patrice (Kévin Azaïs), der eigentlich Polizist ist und seinen Beruf nie ganz unterdrücken kann, da treffen Neurosen in Dutzenden aufeinander.

Das ist natürlich nicht allzu glaubwürdig. Die teils bis zur Karikatur überzeichneten Charaktere sind aber auch notwendig, um angesichts von Dutzenden Figuren noch den Überblick zu behalten. Von dem Brautpaar bzw. Pierres Mutter Geneviève (Hélène Vincent) einmal abgesehen, sind diese übrigens fast ausschließlich auf der Bedienstetenseite anzutreffen. Das gibt „Das Leben ist ein Fest“ im Vergleich zu den vielen anderen Hochzeitskomödien auch ein ganz eigenes Gesicht: Hier sind es mal nicht die Gäste, die von einem Chaos ins nächste stolpern. Stattdessen blicken wir hinter die Kulissen, dürfen über die diversen Missgeschicke lachen und auch ein klein wenig die Daumen drücken. Denn zumindest Max, der zu Beginn noch wie ein arroganter Despot wirkt, kann einem manchmal echt leid tun.

Richtig zu Herzen geht der Film dann aber doch nicht. „Das Leben ist ein Fest“ ist eine simple Komödie, die auch gar nicht mehr sein will. Darüber kann man natürlich die Nase rümpfen, manche Szenen ergeben sich geradezu ihrer eigenen Banalität. Man kann es aber auch sein lassen und sich an dem spielwütigen, sympathischen Ensemble erfreuen. „Das Leben ist ein Fest“ ist sicher ein wenig lang für das, was die beiden hier erzählen wollen. In der Summe ist der Blick hinter eine Hochzeitsgesellschaft aber sehr vergnüglich und lässt einen bei der nächsten Großveranstaltung die umherwuselnden Kellner mit ganz anderen Augen sehen.

Fazit: Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben? Nicht aus der Sicht der Leute, die dort arbeiten müssen. „Das Leben ist ein Fest“ erzählt die Geschichte eines Hochzeitsplaners, bei dem auch wegen der schrägen Figuren alles schiefgeht. Das ist nicht anspruchsvoll und insgesamt etwas zu lang, insgesamt aber doch ein sehr spaßiger Blick hinter die Kulissen eines Großevents.

Wertung: 7 von 10


Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache; Darsteller: Jean-Pierre Bacri, Benjamin Lavernhe, Judith Chemla, Suzanne Clément, Vincent Macaigne, Gilles Lellouche, Eye Haïdara, Jean-Paul Rouve, Kévin Azaïs, Hélène Vincent; Kinostart: 1. Februar 2018