Gehört: King Buffalo – Longing To Be The Mountain

Sommerloch ade! Dieser 12. Oktober hat das Zeug dazu, tiefe Löcher in die Geldbeutel der aufrichtigen Musikkäufer zu reißen. Ein Beispiel gefällig? King Buffalo veröffentlichen an jenem Freitag ihr zweites Album. Auch diesmal auf dem geschmacksicheren Hamburger Label Stickman Records. Damit dürfte auch klar sein, dass der Sound des Trios irgendwo zwischen Psychedelic-Rock, Space-Rock, Folk-Rock, Kraut-Rock und Hasch-Rock angesiedelt ist. Die hypnotische Wirkung der Brandung des Ontario Sees, an dessen Ufern die Musiker zu Hause sind, spiegelt sich in den sechs Song von Longing To Be The Mountain allenthalben wider. Auch wenn King Buffalo den Psychedelic Rock nicht grundsätzlich neu erfinden, so bannen sie jenes 70er-Jahre-Jamsessiongefühl mitreißend auf ihre Platte.

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Als sehr angenehm erweist sich, dass die Amis aus dem Staat New York sich den begrenzten Möglichkeiten, die ein Trio eben hat, vollkommen bewusst zu sein scheinen, um dann genau keinen Pfifferling auf diese Grenzen zu geben. Denn die Realität passt zwischen die beiden Hälften eines Sandwichs und sollte mit scharfem Senf, Mayonnaise und unter gar keinen Umständen mit Ketchup verzehrt werden.

Exemplarisch möchte ich kurz die Klasse von King Buffalo am Beispiel des Songs Eye Of The Storm andeuten. Bass und Schlagzeug führen vollkommen unaufgeregt, aber wie das sprichwörtliche Messer durch die warme Butter den Hörer über die knapp zehn Minuten Spieldauer zu immer höheren Sphären des transzendent-fließenden Kosmos von King Buffalo. Gitarrist und Sänger Sean bringt mit seinen Riffs, akzentuierten Fills und Soli den Kreislauf in Stimulanz. „Fairies wear boots and you gotta believe me“!

Wer schnell ist sichert, sich die Erstauflage der CD, der als Bonus die 2017er-EP Repeater inkludiert ist. Das Geld muss weg, den Rest vom Monat kann man auch mit Toastbrot und Kochkäse überstehen.

King Buffalo – Longing To Be The Mountain // Stickman Records // VÖ: 12.10.2018
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