Gehört: Kevin Devine – Live at St. Pancras Old Church

Üblicherweise sitzen Männer mit Gitarren vor einer Kirche und hoffen auf spendable Zuhörer. Kevin Devine hat seine Gitarre einfach mit in die – zugegeben als Konzertsaale umfunktionierte – St. Pancras Old Church in London genommen. An drei ausverkauften Abenden im Mai letzten Jahres ist diese Liveplatte aufgenommen worden. Die besondere Atmosphäre des Ortes sowie die spürbar vertraute Beziehung von Künstler und Publikum machen den Charme dieser Scheibe aus. Der Mitschnitt ist sehr ursprünglich und unbearbeitet. Wenn der Singer-Songwriter während eines Songs vom Mikrofon wegrückt, dann wird der Gesang auch leiser. Sehr pur und sehr passend.

Auf dem Album finden sich 13 Songs quer durch das gesamte Schaffen des New Yorkers. Viele Solosachen aber auch sehr reduzierte Versionen alter Bad Books oder Miracle Of 86 Lieder. So wird Every Famous Last Word zu einer persönlichen Hommage an den 2014 verstorbenen Freund und Miracle Of 86 Drummer Mike Skinner. Kevin Devine variiert seinen Stil zwischen Indie, Folk-Rock und amerikanischem Acoustic-Folk.

Dass er gewisse Sympathien für Alternative, Grunge und Lo-Fi-Sound hegt, hört man zwar nicht unmittelbar, verleiht Stücken wie Write Your Story Now oder Not Over You Yet einen gewissen Drive. Für den Käufer der physischen Version von Live at St. Pancras Old Church liegt ein Download-Code bereit, der zu 17 weiteren Aufnahmen dieser Session führt und damit die Setlists der drei Abende gut abdecken sollte.

Kevin Devine – Live at St. Pancras Old Church // Big Scary Records / Alive // VÖ: 19. Februar // Kevin Devine >> Homepage