24. Februar
Kælan Mikla @ Milla

Sagenhaftes Island – Sehnsuchtsort, ungestüme Natur und Feen-Reservat. Wo die Dóttirs und Sons über grüne Wiesen laufen und unter Wasserfällen baden, weicht der Feenstaub des Nachts gern auch düsteren Verwünschungen. Ein solches Nachtgebräu rühren seit 2012 die drei Dunkelschwestern von Kælan Mikla an. Einst im beschaulichen Reykjavík eher im Bereich Death-Rock und Spoken-Word gegründet, verbinden Sólveig Matthildur Kristjánsdóttir, Margrét Rósa Dóru-Harrysdóttirs und Soffía Þórsdóttirs düsteren Synth-Punk mit sphärischen Schmerz-Klang. Am 24. Februar stellt die Dark-Synth-Hoffnung aus Island schließlich ihren ersten eigenständigen Langspieler „Nótt efftir Nótt“ in der Milla vor.

Einst noch auf dem Eistnaflug Metal-Festival in Neskaupstaður als Geheimtipp gehandelt, ging es schon bald auf die größeren Bühnen des Iceland Airwaves bis hin zu renommierten Festivals wie dem Roadburn. Als Edelfan und Schutzpate können Kælan Mikla dabei niemand Geringeren als The Cure-Frontmann Robert Smith vorweisen, der die drei Isländerinnen auch just zur 40-jährigen Geburtstagssause im Line-up wissen wollte. Leise geflüsterte Wortpoesie, sphärische Chöre über die Bedeutungslosigkeit des Lebens, ein trockener Bass und wabernde Tastenklänge: Das sind Kælan Mikla. In den Jahren, in denen sie unterwegs waren, haben sie sich sprunghaft weiterentwickelt und ihren Sound völlig verändert. Ihr Grundkonzept, das Suhlen in Trauer, haben sie jedoch stets beibehalten.

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https://www.youtube.com/watch?v=G4Tl2dtvw30

 

Kennengelernt haben sich Sólveig, Margrét und Soffía vor Jahren in der Menntaskólinn við Hamrahlíð, einer Oberstufe für künstlerisch versierte Schüler. Heute gelten sie nach einer Herbsttour mit Goth-Barde King Dude als einer der heißesten Exporte isländischer Musik-Kunst. Doch vor allem die visuelle Qualität ist es, die bei ihren Live-Auftritten alles zusammenfügt. In dunkle und distanzierte Farben gehüllt, projizieren Kælan Mikla pure Melancholie durch Körpersprache. Eine starke Pop-Sensibilität begründet dabei den luftigen Aspekt ihrer Songs. Eine robuste Bassline und ein einfach gehaltener Drum-Puls ermöglichen es ferner, den atmosphärischen Vocals und Synthie-Bits auf kreative und unaufdringliche Weise eiskalte Klangnetze zu weben. Ihre Auftritte beschreibt das Trio wie das Abnehmen einer Maske und das Eintauchen in negative Emotionen. Und die leben bekanntlich in uns allen:

„Dreams and nightmares, sleeplessness, confusion and that strange place between sleep and awake, the album focuses on the mystical things that happen in the night both around us and within our minds. With this album and our performances we want to create a world for listener to enter.“

Chansons für den eigenen Eispalast der Seele liefern am 24. Februar auch Some Ember, die den Support-Act geben werden.


Live: Kælan Mikla > Homepage // Support: Some Ember // 24. Februar 2019 // Milla / Beginn 20 Uhr // VVK 11 EUR zzgl. Gebühren