Im Gespräch: Jule Ronstedt

Die freie Szene stellt sich vor #5

In dieser Interviewreihe stellt Mandana Mansouri exklusiv regelmäßig Künstler*innen der Freien Szene in München vor. Das Ziel der Reihe ist es, Licht ins Dunkel zu bringen und natürlich am Ende des Tages immer der Weltfrieden. Für curt Leser*innen, die gerne gespoilert werden, gibt es auch eine Website  mit allen Aktivitäten der Freien Szene München.


Jule Ronstedt konnte man 1996-2001 an den Münchner Kammerspielen unter Intendant Dieter Dorn sehen. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist sie auch als Regisseurin und Autorin tätig. Sie inszenierte in München unter anderem an den Kammerspielen, am Metropoltheater und war seit 2006 regelmäßig als Gastregisseurin am Theater der Jugend tätig, für das sie die Stücke „Südseekeller“ und „Kein Geld für niemand“ schrieb und auf die Bühne brachte. 2013 produzierte der BR „Südseekeller“ als Hörspiel, das auf der Shortlist für den Kinder- und Jugend-Hörspielpreis landete.

2010 drehte sie den Kurzfilm „Fräulein Karlas letzter Versuch“ (Drehbuch und Regie), 2013 folgte „Fräulein Karlas erster Besuch“, der ebenfalls auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken seine Premiere hatte. Ihr erster Langfilm „Maria Mafiosi“ (Drehbuch & Regie) lief im Sommer 2017 in den Kinos. In Film und Fernsehen ist sie seit 1994 regelmäßig als Schauspielerin in unterschiedlichen Genres zu zu sehen. Bereits für ihre erste Kinorolle in „Bandagistenglück“ (Regie: Maria T. Camoglio) wurde sie 1997 als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. 2006 war sie die Lehrerin in dem Kinoüberraschungshit „Wer früher stirbt, ist länger tot“.


KOPFKINO ist eine Podcast-Reihe von Henriette Fridoline Schmidt und Benno Heisel in Koproduktion mit HochX Theater und Live Art. Texte junger Münchner Autor*innen laden zu einem literarischen Spaziergang durch München ein. Einfach Kopfhörer aufsetzen und losspazieren! > Hier gehts zu unserem Interview mit Henriette Fridoline Schmidt und Benno Heisel


Foto: Christian Hartmann

Was bedeutet es für dich ein Teil der freien Szene in München zu sein?
Ach, bin ich das? So empfinde ich das gar nicht. Aber gerne, klar. Sind wir doch eh alle irgendwie. Ich mache einfach, was ich kann und schon immer mache. Und zum Glück entwickelt man sich, darum ist es immer wieder etwas Neues. Die „freie Szene“, das sind ja einfach ein Haufen kreativ denkender, in München arbeitender Menschen. Und mal sind sie frei und wenn sie mehr Geld brauchen hoffentlich auch mal zeitweise irgendwo fest. Hauptsache wir sind im Austausch und es entstehen Orte, Projekte, Stücke, Texte, Podcasts. Da bin ich gerne dabei.

Du arbeitest als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin. Wie fing alles an?
Schon auf dem Gymnasium. Da habe ich mir der Theatergruppe ein selbstgeschriebenes Stück inszeniert … Ich wollte schon immer Regie machen, eigene Ideen umsetzen, aber auch spielen. Zum Glück ging das immer so weiter, bis heute.

Welche Herausforderung hast du dabei gemeistert?
Jedes Projekt verlangt etwas anderes. Eine große Herausforderung war mein erster Kinofilm „Maria Mafiosi“. Die Ausdauer, dran zu bleiben, bis man die Gelder zusammen hat und alles endlich machbar wurde. Das hat schon Nerv gekostet. Und so ist es jetzt bei meinem nächsten Film wieder. Da kommt mir meine Sturheit zugute. Ich bin Stier! – Wenn ich was wirklich will, kämpf ich dafür … – Die Arbeit an sich, das Inszenieren oder auch Spielen, hat mich immer beglückt.

Gibt es weitere Kunstformen, die dich interessieren?
Ja, klar, die bildende Kunst und die Fotografie. Architektur. Aber auch Tanz, Musik … die Auseinandersetzung damit inspiriert und bereichert mich in der Arbeit. Als Schauspieler hat man ja eher das Gefühl, man kann alles so ein bisschen, nichts richtig gut. Die Virtuosität eines richtig guten Musikers oder Tänzers beeindruckt mich. Ich empfinde mich eher als Macherin, Beobachterin, die zusammenträgt, aufschreibt, damit schwanger geht und irgendwann entscheidet und macht …

Wenn du dir etwas wünschen könntest, wen würdest du gerne unter den Zuhörer*innen und Zuschauer*innen wissen?
„Wen“? – kann ich gar nicht sagen. Mich interessiert eher das „Was“. Ich finde, ich habe viel geschafft, wenn Leute sich in meinem Text ein Stück wiederfinden. Bei den Aufnahmen hat Henriette gesagt, dass sie ganz viele Momente genauso empfindet und total unterschreibt. Das hat mich gefreut. Es ist toll, wenn man eine Geschichte mit leben kann und vielleicht nur aus einer etwas anderen Perspektive oder mit anderem Abstand sich selbst darin sieht und beginnt zu reflektieren. So funktioniert u. a. gutes Kino.


ONLINE STREAM
Den gesamten Podcast findet ihr auf der Seite des Hoch X Theater und Live Art und auf Kopfkino Podcast.

Die FOLGE #14  Zu sich kommen ist ab dem 7. Juni 2021 um 20 Uhr als Online Stream zu hören. Eine ganz anders konzipierte Live-Version ist für diesen Juli (8.–10.7.2021) in Arbeit.

TICKETS
Die Künstler*innen freuen sich über eure freiwilligen Beiträge. Diese stellen die Gage der Künstler*innen dar, da sie momentan kein Einkommen aus Liveauftritten generieren können.: Henriette Schmidt / DE69 5003 3300 2746 7046 00 / Santanderbank
oder via Paypal an henriette-schmidt@web.de

Bitte beachten: Es handelt sich nicht um eine gemeinnützige Organisation, die Erteilung einer Spendenquittung ist daher nicht möglich.

Fotos: Christian Hartmann