Gehört: Johnny Firebird – Finders Keepers, Losers Weepers

Johnny Firebird, der gute alte Johnny und seine Mannen. Ich weiß was ihr jetzt denkt, und ihr habt Recht! Kein vernünftiger Mensch würde seine Band nach einer Gitarre benennen. Aber wer sagt denn, dass die Fünfe hier vernünftig sein wollen? Vernunft klingt am Ende wie Andreas Bourani und Max Giesinger. Langweilig und Schwiegermutterkompatibel. Geht gar nicht, also weg damit. Hier kommen Johnny Firebird: Power, Glory, Rock’n’Roll with a whole lotta soul! Die Regensburger Stromgitarrenfreude sind 2010 aus der Asche von Use To Abuse erstanden und knallen mit Finders Keepers, Losers Weepers ihr drittes Album auf den versifften Tresen. Die Klampfen hängen knapp überm Knie, die Kippe immer lässig im Mundwinkel und der beste Platz ist direkt vorne am Bühnenrand. Hard-Rock, Punk-Rock, Glam, Blues und ne Prise Pop für die Hooklines, in diesem Glasscherbenviertel habe die Jungs ihren Proberaum.

Vor 25 Jahren hieß sowas mal Sleaze und brachte Guns’n’Roses an die Spitze. Ein paar Jahre später rollte die Punk’n’Roll Welle aus Skandinavien über die Szene. Johnny Firebird spielen ihre Variante recht europäisch. Heißt mehr Punk als Rhythm’n‘Blues und mehr AC/DC als Aerosmith. Damit liegt die Band gegenwärtig meilenweit ab vom Trend aber das macht die Sache umso sympathischer.

Für ehrliche Rockmusik ist immer Platz und Zeit auch wenn der Lack an den Studios am Seventy Seven Sun Set Strip ein wenig abgeblättert ist, der warme Sound einer Les Paul verliert nie seinen Reiz. Six strings – sexteen years, it’s time for time for rock’n’roll! Die Jungs kennen aber nicht nur nothing but a good time, sondern beziehen auch klar Stellung gegen rechtspopulistische Stimmungsmache. Und das ist gut so.

Wer kein Ticket für die Gunners im Oly-Stadion bekommen hat, braucht nicht länger traurig zu sein. Die Münzen wären in diesem Album bestens investiert. Zumal eine Kleinsauflage als Musikkassette geplant ist. Und das ist wäre mal wirklich geil.

Johnny Firebird – Finders Keepers, Losers Weepers // Ghost Town Noize // VÖ: 27.01.2017 // > Homepage