Gehört: Joep Beving – Prehension

Der Künstler, der für unbändige Gefühlswallungen verantwortlich ist, heißt Joep Beving, ist 41 Jahre alt und in Amsterdam zuhause. Von der Optik her würde der Mann mit seiner imposanten Statur auch einen prima Stoner-Rocker abgeben. Aber mit langen Haaren, Bart und Händen wie Schraubstöcken muss man nicht zwangsläufig die Six-String schwingen, sondern kann auch dem Piano erlesene Töne entlocken.

Lange war nicht klar, wo die Karriere des Niederländers genau hingehen sollte. Trat er als Teenager schon auf Jazzfestivals auf, zwang ihn eine Handverletzung zu einer eher ökonomischen Tätigkeit im Musikbusiness, ehe es ihn um 2009 herum wieder verstärkt zum Komponieren zog. 6 weitere Jahre das Ausprobierens und nächtlichen Spielens folgten, bis er sein erstes Album „Solipsism“ im Alleingang produziert hatte. Einem bekannten Streamingdienst war es zu verdanken, dass Bevings Musik ihren Weg in die Ohren vieler Menschen fand, die genau wie er die Werke von Prokofjew, Strawinsky und Rachmaninow lieben.

Zu neuen Liedern und Tänzen gibst. Sei ewig glücklich, wie du mich liebst! Einem Ritterschlag gleich, erscheint das zweite Album „Prehension“ nun auf dem bedeutendsten Klassiklabel der Welt und führt die musikalischen und philosophischen Themen zunächst weiter. Beving trifft gekonnt den schmalen Grat zwischen Kitsch und Unhörbar, was die Stücke wohlkoloriert und inspirierend erklingen lässt.

Joep Beving – Prehension // Deutsche Grammophon / Universal Music // VÖ: April 2017
> Homepage