4. März
Jade Bird @ Feierwerk

Imagine how successful this would have been in 1997.

Klein, aber oho! Viel mehr aber: jung und bereits mit allen Wassern gewaschen. Schon drei Jahre ist es her, dass die zierliche Engländerin Jade Bird mit ihrer selbstbewussten Stimme die Jury des im Zuge des Reeperbahn Festivals verliehenen ANCHOR Awards begeistern konnte. Seit April letzten Jahres steht nun auch das lang erwartete Debütalbum von Jade Bird in den Regalen. Seit der EP Something American und dem nachfolgenden Achtungserfolg der Single Lottery zählen auch Auftritte beim renommierten SXSW und dem Glastonbury zu den größeren Stationen in der noch jungen Karriere der Dame aus London. Ihr Sound, den sie am 4. März live in München vortragen wird? Direkt aus den späten 90ern, straight, schnörkellos und doch modern.

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https://www.youtube.com/watch?v=42XPnh4VGlI

 

Hört man sich Songs wie Love has all been done before an, fühlt man sich unweigerlich an Über-Hits von Künstlerinnen wie Alanis Morissette erinnert. „Kind of country, kind of blues, kind of pop and kind of none of that“, wie Jade Bird sich selbst beschreibt. Sofort ins Ohr gehen neben der robusten hohen Stimme aber auch die pompösen Arrangements. Und die klingen für ein Debütalbum außergewöhnlich professionell. Die hin und wieder leicht angestaubt wirkende Singer-Songwriter-Szene wirbelt Jade Bird mit Gitarre bewaffnet und manchmal auch am Klavier sitzend gekonnt auf. Dabei bedient sie sich aus diversen Werkzeugkisten der Pop-Geschichte.

Ihr Songwriting siedelt Jade Bird an gleich zwei gegensätzlichen Polen an, wenn sie beispielsweise Dolly Parton, aber auch Patti Smith in ihre musikalischen Gebete mitaufnimmt. Dabei ist Jade Bird keineswegs ein weiterer trauriger Teenager aus dem UK. Vor allem hat sie freudig an der Klebstofftüte von Bruce Springsteen gerochen und verarbeitet Themen wie Ernüchterung, Scheidung, Betrug, und die Sorgen eines unabhängig denkenden, offenen und modernen Menschen mit sympathischer Reife. Ein kleines Augenzwinkern kann sie sich jedoch selten verkneifen, was die Sympathiepunkte nur noch weiter nach oben schnellen lässt. Musik, die das Vergangene verinnerlicht, aber im Hier und Jetzt neue Türen aufstößt. Gefühlvoll und dennoch rotzig-trotzig, wenn es sein muss, schafft Jade Bird mit 21 Jahren einen Spagat, der sonst schnell peinlich werden kann.

Die Musik des Mädels von der Themse ist “so klar, direkt, kontrolliert und immer auf die Zwölf”, dass dieses kleine Wunder auch hierzulande nicht lange unentdeckt blieb. Erste Preise und ein lange im Voraus ausverkauftes Konzert in Berlin sind nur ein paar Meilensteine auf ihrem noch jungen Siegeszug. Höchste Zeit also, dass Jade Bird ihr Debütalbum am 4. März endlich auch im Münchner Feierwerk von der Bühne pfeift.


Live: Jade Bird > Homepage // 04. März 2020 // Feierwerk (Kranhalle) // Beginn 20 Uhr // VVK 16 EUR zzgl. Gebühren