curt war da: Imagine Dragons

„Evolve“ ist der Titel des neuen Albums und gleichnamigen Welttournee; zugleich beschreibt es sehr treffend ihren Erfolg. Zufall? Zehn Jahre und drei rücksichtslos kommerzielle Studioalben haben die Rockband aus Las Vegas auf ein Niveau steigen lassen, von dem andere nur träumen können. Ihr eleganter Pop-Rock ist eine opportunistische Synthese aus aktuellen musikalischen Tropen und Einflüssen bestehender Erfolgsbands – ein klassisches Beispiel für den Erfolg ist ein Zehntel Inspiration und neun Zehntel Transpiration.

Mit Pauken und Trompeten überwältigten sie das Publikum in der Olympiahalle in München am 12. April. Ein Special-Effekt folgte dem Nächsten, während Frontman Dan Reynolds über die Bühne fegte, unterstützt von einer instrumentalen Wucht hinter sich, und die Zuschauer förmlich in eine Trance versetzte. Ein muskulöser, frischer und energiegeladener Typ, dessen Tanzeinlagen die einer Boyband gleichen, kniete zeitweise auf dem Laufsteg vor den Fans, um den Zustand des modernen Amerika zu beklagen und ruft zu einer weltweiten Welle von Frieden und Liebe auf.

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Der Auftritt löste beim Publikum eine Euphoriewelle aus, wenngleich ihre Setlist aus einer Sammlung von Chart-Hits des neuen Albums bestanden. Ihr unverwechselbarer Sound aus schlagkräftigen Drums und dem leidenschaftlichen Gesang von Reynolds wurde mit einer neonbeleuchteten Dominanz untermalt. Das Quartett rund um Dan Reynolds, D. Wayne Sermon (Gitarre), Daniel “Z” Platzman (Schlagzeug) und Ben McKee (Bass) wurde von Raucheffekten, Konfettiregen und passenden visuellen, evolve-inspirierten LED-Grafiken unterstützt.

Dem Ende nah, begab sich die Band auf eine zweite Bühne am anderen Ende der Halle, die für ein akustisches Set ausgerichtet war. Mit intimen Vorstellungen von „Bleeding Out“ und „Dream“ zeigten sie effektiv ihre Vielseitigkeit und eine beträchtlichen Einfachheit, die die Öffentlichkeit bisher nicht gesehen hat.

Text und Fotos: Claudia Steinle > Homepage > Facebook