Im Gespräch: Käptn Peng

Am 16. April begab sich Käptn Peng mit den Tentakeln von Delphi auf musikalische Expedition ins Ampere. curt präsentierte das Konzert und freute sich – zu Recht – immens auf das „Kollektiv zur vertieften Erforschung des rythmisierten Wordwaldes“. Glühendster Anhänger aber ist seit Herausgabe des neuen Albums „Expedition ins O“ unser mit acht Jahren jüngstes Redaktionsmitglied. Er hat uns so lange genervt, bis wir seine Fragen an den Berliner Schauspieler Robert Gwisdek alias Front-HipHopper Käptn Peng weitergeleitet haben.

Wie bist du auf deinen Namen gekommen? Also: Käptn Peng, nicht dein normaler Name?
Käptn Peng ist der erste Knall. Die Chefexplosion. Also der Urknall. Dreisterweise habe ich mich nach ihm benannt. Aber da der Urknall, der unser Universum ins Leben geschleudert hat, auch nur einer unter unendlich vielen ist, hätte ich mich auch Müller nennen können.

Wenn du eine Superfähigkeit hättest, welche wäre das?
Ich würde gerne heilen können. Und mich in alles und jeden verwandeln können, sodass ich alles durch alle Perspektiven betrachten kann. Aus der Ameisen-Perspektive, der Wal-Perspektive, Baum-Perspektive, der Perspektive von Elvis, Einstein, Hitler, Gandhi, meines Nachbarn, meiner Freundin. Das wäre bestimmt sehr lehrreich.

Denkst du dir im Bett, wenn du nicht einschlafen kannst, oft deine Songs aus?
Ja, das passiert tatsächlich oft.

Von welchem Song, den du geschrieben hast, bist du am meisten begeistert und warum?
Hm, schwer. Jeder hatte seine Phase. Manche schrieben sich in einem Guss, manche waren langes Gebastel. Ich mag „Sein Name sei Peng“, weil der so kompliziert und mehrschichtig ist. Ich mag aber auch die meisten anderen. Manche mag ich auch mittlerweile nicht mehr, aber was man mal gesagt hat, kann man halt nicht mehr zurücknehmen. Nur erweitern.

Warum heißt deine neue CD „Expedition ins O“?
Weil sie eine gefährliche Reise war und noch immer ist. Mit ihr beginnt etwas Neues in meinem Leben.

Wie und wann hast du dein Talent zum Rappen entdeckt?
Vor 5 Jahren, als ich aus Indien zurückkam. Das war so eine Übergangbeschäftigung. Irgendwann hat es mich dann reingezogen und ich konnte nicht mehr aufhören.

Hast du oft Lampenfieber vor deinem Auftritt?
Geht so, manchmal. Wenn man vorher nicht seine Ruhe hatte.

Was macht dir mehr Spaß: zu rappen oder zu schauspielern?
Zu rappen.

Kannst du den curt-Lesern noch drei Tipps geben, wie man gut rappt?
Viel guten Rap hören und auswendig lernen. Was auch hilft, ist erst den Pointensatz finden, darauf einen Reim suchen und den dann nach vorne legen. Sodass die Pointe hinten kommt. Sodass der zweite Satz stärker ist als der erste. Aber das kann man jetzt schriftlich wahrscheinlich nicht so anschaulich beschreiben.


About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, 70er-Jahre-Lampen ... Seit drei Jahren mischt sie bei curt als Online-Redakteurin und als Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.