Im Gespräch: Dobré

Dobré ist eine Legende der Münchner Musiklandschaft: Niemand macht schönere Demos als er! Sein 2007 im Eigenvertrieb erschienenes Album „Bikes. Cars and …“ bekommt von der curt Redaktion nachträglich Goldstatus mit neun von fünf möglichen Punkten. Momentan hüpft Dobré im Zuge der ON3-Startrampe durch die Fernseher und trällert Songs von seinem neuen Album „Do the Dobré“. Davor haben wir uns mit fünf Fragen in seinen Terminkalender geschoben …

curt: Du triffst zufällig Bob Dylan im Waschsalon. Was passiert?
Dobré: Wir waschen uns gegenseitig von unseren musikalischen Sünden rein.

curt: Du gräbst als Kunsthistoriker in 200 Jahren das neue Dobré-Album aus. Wie lautet dein Befund?
Dobré: Überraschend ausdrucksstarkes Zeugnis einer rückswärtsgewandten Stilvielfalt in einer manieristischen Epoche des Übergangs und der Orientierungslosigkeit.

curt: Ohne welche drei Alben könntest du allein auf dem Mond nicht überleben und warum?
Dobré: The Beatles – Abbey Road (ein Album wie ein Song, der beste Abgesang der Geschichte), Andrew Bird – The Mysterious Production of Eggs (ein Album wie viele Alben, aber wie kein anderes), Michael Jackson – Dangerous (zum Moonwalk-Üben)

curt: Angenommen, es gäbe keine Liebe. Wo-rüber würden die meisten Songs geschrieben werden?
Dobré: Sportevents und andere massenextatische Großereignisse wie Aufmärsche, Paraden und so. Es muss ja ein anderer emotionaler Kitt zwischen den Menschen her.

curt: Wo liegen eigentlich die Parallelen zwischen Dobré und Mehmet Scholl?
Dobré: Prestigesucht, zu Tage tretend in der Vorliebe für einen bestimmten Fußballverein.

Artikel erschienen in Ausgabe #67
TEXT: Florian Kreier


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