Im Gespräch:
Cloud Nothings

Die hier noch recht unbekannte Indie-Lo-Fi-Rock-Band Cloud Nothings um den Leadsänger Dylan Baldi mit seinen musikalischen Mitstreitern Joe Boyer (Gitarre), TJ Duke (Bass) und Jayson Gerycz (Drums) hat nach unserem Interview das Konzert in München leider abgesagt. Wohl kein gutes Omen … Nachdem Sie in den Staaten schon seit 2009 mit ihren angenehm lauten und rockigen Songs für Furore gesorgt haben, wäre die junge Newcomer-Band in Europa unterwegs gewesen und ihr 2012 erschienenes Album „Attack to the Memory“ vorgestellt …

Dylan Baldi, der Frontmann und musikalische Kopf der Vierer-Combo, hat sich im Vorfeld der Tour etwas Zeit genommen und ein paar Fragen für curt beantwortet.

Was kommt dir in den Kopf, wenn du an Deutschland und deutsche Musik denkst?
Wir haben schon einige Male in Europa gespielt. Was mich erwarten wird, ist wohl gutes Bier und die Tatsache, dass ich die Speisekarte nicht lesen kann. Ich mag viele deutsche Bands, zum Beispiel Faust, Popol Vuh, Brainticket, Agitation Free.

Was treibt dich an beim Songschreiben?
Ich schreibe Songs, weil es das Einzige ist, worin ich richtig gut bin. Musik macht mir Spaß, das reicht in der Regel aus, um mich zu motivieren und neue Ideen zu entwickeln.

Wie entspannst du dich, wenn es stressig wird?
Ich glaube nicht, dass ich in den letzten drei Jahren irgendwann relaxt habe. Ausruhen kann ich mich immer noch, wenn ich alt bin.

Das neue Album „Attack on Memory“ hat einen ganz anderen Stil als dein erstes. Wie kommt’s?
Ich wollte den Style ändern. Ich mag Bands, die sich mit jedem Album wandeln, also war es das, was ich tun musste. Sonst langweilt dich irgendwann deine eigene Musik und nicht nur dich, sondern auch deine Fans. Natürlich nicht wenn, du U2 bist oder sonst irgendjemand aus dieser Liga.

Deine ersten Songs hast du zu Hause aufgenommen und das aktuelle Album mit Steve Albini. Wie war das für dich?
Das war großartig. Ich arbeite gerne alleine zu Hause, aber der Sound war ziemlich scheiße, weil ich die Aufnahmen mit dem größten technischen Mist gemacht habe. Das Album mit Steve aufzunehmen, war eine großartige Idee, weil er ein fantastisches Studio hat, und auch weiß, damit umzugehen. Es war auf jeden Fall viel einfacher, mit ihm zu arbeiten und es ist viel weniger schiefgegangen.

Während deiner Collegezeit hast du Saxophon studiert. Wirst du irgendwann auch mal Saxophon mit in deine Songs aufnehmen?
Im nächsten Album wird es tatsächlich etwas Saxophon, Klarinette, etwas Synthesizer und akustische Gitarre geben. Wenn die Leute in München allerdings ein Saxophonsolo à la Bill Clinton erwarten, werden sie wahrscheinlich schwer enttäuscht.

Wie bist du eigentlich auf den Bandnamen gekommen?
Ehrlich? Ich weiß es nicht mehr. Während der Highschool hatte ich eine riesige Liste mit gefakten Bandnamen und als ich dann eines Tages tatsächlich eine Band gegründet habe, habe ich „Cloud Nothings“ herausgepickt. Mir kommt es vor, als wäre das vor 1.000 Jahren gewesen. Ich weiß echt nicht mehr, was mir damals im Kopf rumgegangen ist.

Und zu guter Letzt erzähl uns doch, was der ultimative Gig für dich wäre.
Ein Auftritt auf dem Mond mit Neil Young.

Das Interview führte Kathi Starkmann.