curt war da: Hollywood Vampires @ Tollwood

Rock’n’Roll Roots by Hollywood Vampires

Die Legende erzählt, dass Alice Cooper, versteckt im Loft der berüchtigten Rainbow Bar and Grill auf dem Sunset Strip, einst seinen ganztägigen Trinkclub betrieb. John Lennon, Marc Bolan, Harry Nilsson, John Belushi und Keith Moon gehörten zu den Stammgästen, eingeschlossen aufgrund ihrer Ausdauer. Die Bar-Mitarbeiter gaben ihnen den Spitznamen Hollywood Vampires. Im Jahr 2015, als einer der wenigen, die am Leben blieben, versammelte der inzwischen abtrünnige Cooper seine eigene Supergruppe unter diesem Banner zusammen mit Aerosmiths Gitarrist Joe Perry sowie Hollywood Star Johnny Depp, um seinen verstorbenen Freunden und Helden Tribut zu zollen. Im selben Jahr veröffentlichte das Trio ein selbstbetiteltes Album mit Rock-Covern und zwei neuen Songs.

Hollywood Vampires: eine Supergroup megalithischer Proportionen wie Joe Perry von Aerosmith, der als Erster auf der Bühne auftaucht. Jede Person nimmt ein paar Sekunden individuellen Empfangs mit Jubelrufen ein. Die Dezibel-Skala erreicht allerdings ihren Höhepunkt, als Johnny Depp die Bretter der Bühne mit seiner Gibson umgeschwungen und einem kleinen, aber gekonnten Lächeln betritt, was die Damenwelt in Aufruhr brachte.

Alice Cooper verliert keine Zeit damit, genau zu zeigen, wer der Hauptmann ist, indem er einen magischen Stab wie einen Stock über die Bühne schwingt und zwirbelt. Der 70plus-Jährige geht vollends auf in seiner Rolle als Vampir. Die Band startete mit „I Want My Now” – einer der wenigen Originalkompositionen, die an diesem Abend gespielt werden, gefolgt von „Raise the Dead“. Der Rest des Sets besteht hauptsächlich aus Covern, die jene Rockstars feiern, die wir in den letzten Jahrzehnten verloren haben, und einige von ihnen waren Mitglieder dieses exklusiven Trinkclubs.

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Joe Perry sieht in seinen Sonnenbrillen und seiner Lederjacke cool aus und spielt seine porträtierte Gibson wie ein Spielzeug, das er in und auswendig beherrscht, als wäre es ein Teil von ihm. Ein paar Aerosmith-Songs sind heute Nacht in der Setlist, unter anderem „Sweet Emotion“. Ohne Angst, einige der klassischen Rock-Hits wie Motorheads „Pik Ass“, The Who’s „Baba O’Reilly” und AC/DCs „The Jack“ zu stehlen, haben diese Vampire das Regelbuch zerrissen.

Ohne große Show, nur mit ausgiebigem Talent, beweisen die „Altrocker“ ihr Können und schmetterten sich durch einige der besten Live-Rock-Hymnen. Sind sie nur eine Coverband? Fügt Johnny Depp dem Mix wirklich etwas anderes als Glamour hinzu? Ja, tut er. Johnny bietet die knallharte Attitüde und war wahrscheinlich einer der mutigsten aller Vampire. Seine mitreißende Wiedergabe von David Bowies „Heroes“ wird lange in Erinnerung bleiben. So oder so wurden hier viele Tränen vergossen und Depps Understatement-Vocals waren perfekt für diesen Track. Zum Abschluss gab es den Cooper-Klassiker „Schools Out“.

Alle Mitglieder haben zwar ihre eigenen Bands oder musikalische Bestrebungen, aber wenn es wieder passiert, dass die Vampire zum Spielen kommen, stellt sicher, dass ihr dort seid, um dieses fantastische, einmalige „Event“ live zu erleben.


Bericht und Fotos: Claudia Steinle > Homepage > Facebook