22. Januar
Hodja @ Feierwerk

Nach ihnen die Sintflut. Nach “The Band” und “Halos” spülen Hodja nun mit “The Flood” kräftig nach. Ende Februar legt die Soul-Noise-Gallere schließlich auch in der Kranhalle an und lässt kräftig verrauchten Slacker-Sound vom Stapel.

“Everything’s gonna be alright” kläfft, äfft und bricht es einem Claudius Pratt bereits auf dem Opener des neuen Hodja-Werks entgegen. Und wenn wir erhlich sind, gibt es keine bessere Einstimmung auf die darauf folgende Fibel aus schwarem Rock ‘n’ Roll. Düster, sperrig und mit einem Hauch Beastie-Boys’scher Abgedrehtheit versehen präsentiert sich das Trio aus Dänemark auch auf ihrem dritte Album. Dabei haben die Quartalsirren aus den Lego-Steinen, die auch schon Jack White und Dan Auerbach in die Krippe gelegt worden waren, ganz andere Dinge vor, bemalen die Klötzchen lieber schwarz, verzieren sie hier und da noch mit einem kleinen Totenköpflein und nehmen erstmal einen kräftigen Schluck aus der Buddel voll Rum.

Wer “The Flood” auf den Plattenteller legt, dessen Wohnzimmer verwandelt sich umgehend in eine Seemannskneipe voller schauriger Matrosen, die selbst die Turbojugend unter den Tisch saufen würden. Erdacht und ausgekocht, gar herausgebraten, im Schmelztiegel des anarchistischen Freistaats Christiania in Kopenhagen, brauen Claudius Pratt und Matthias Klein mit Kumpel Tenboi Levinson die bluesige Ursuppe in Eigenregie zusammen. Pinocchio-Style, ohne Fäden und doppelten Boden rumpeln Hodja so seit 2015 durch die Boxen und verteilen ganz autark neben erstklassigen Nierenlupfern ins allgemeine Musikverständnis vor allem ein breites Grinsen.

Schamanisch und voodooesk fiebert sich der kolossale Pratt durch die Rillen des Vinyls und hüpft über acht rostige Song-Messerspitzen schließlich ins Ziel. Und trotz allzeit vernehmbarem Knarzen im Gebälk klingt diese tiefschwarze Melange aus black magic und Mississippi-Twang unheimlich lasziv, manisch sexy und ganz weißt da draußen. Hodja laden die Hüfte zum Kreisen und die Kehle zum gierigen Schlucken ein, wenn die Rumflaschen fliegen und das dunkle Herz aufgeht. Was jedoch auch nicht weiter verwunderlich ist, schließlich haben sich Pratt und Klein schon bei Reverend Snake Shine Oil Co. die Sporen verdient und einige Hinterteile in Bewegung gebracht. Höchste Suchtgefahr also für diese Band, die am 22. Februar in der Kranhalle die Schotten dicht macht! Und alles wird gut!

Live: Hodja > Facebook // 22. Januar 2019 // Feierwerk (Kranhalle) // Beginn 20 Uhr // VVK 12 EUR zzgl. Gebühren