Gehört: Hilma Nikolaisen – Mjusic

Eine schrecklich musikalische Familie scheinen die Nikolaisens aus der knapp 2.000 Seelen zählenden Kleinstadt Moi zu sein. Alle vier Geschwister hat es von Norwegens Südzipfel aus in die weite Welt des Musikbusiness verschlagen. Schwester Elvira platziert ihre Singles gerne in den Norwegischen Top Ten und Bruder Ivar trat Mitte dieses Jahres das Erbe von Erlend Hjelvik als Sänger von Kvelertak an. Mit Ivar gründete Hilma im zarten Alter von fünf ihre erste Band. Das musste selbstredend eine Punkband sein. Ab da wird für die Eltern wahrscheinlich Hausverbot im Kinderzimmer gegolten haben. Mit Emil, dem zweiten Bruder, folgte die musikalische Adoleszenz. Als Bassistin der Shoegaze- und Noisepop-Band Serena Maneesh ging die Reise weiter und zog auch internationale Kreise.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=CpVf966pT-I

 

Seit 2016 ist Hilma Nikolaisen auch als Solokünstlerin unterwegs und bringt dieser Tage mit Mjusic den Nachfolger zum erfolgreichen Debüt Puzzler auf den Markt. Und es sollte mit dem Teufel zugehen, der von Hilmas Ex-Partner Sven Erik Kristiansen während seiner Zeit als Sänger der Black Metaller Mayhem hinreichend besungen wurde, wenn auch Mjusic nicht ausreichend Aufmerksamkeit erlangen würde. Wie für Bands aus Norwegen typisch, agieren Hilma und ihre verschiedenen Studiopartner überaus souverän sowie stil- und geschmackssicher. Ausgehend von der Suche nach der perfekten Melodie, wie man sie vom 60er-Jahre-Pop her kennt, ist eine Platte entstanden, die schillernd und abwechslungsreich klingt und neben den einprägsamen Melodien mit energetischen Riffs und raffinierten Gitarrenhooks zu gefallen weiß. Und da sage noch mal einer, Punkrock verderbe die Jugend.


Hilma Nikolaisen – Mjusic // Fysisk Format // VÖ: 30.11.2018 > Bandcamp