Gehört: The Highbrow – Pelican Sounds

Schwarze Hemden, schmale Krawatten, ernste Gesichter. Auf den ersten Blick kommen die vier Jungs von The Highbrow eher wie eine Chorgemeinschaft als wie eine Rockband rüber. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.

The Highbrow präsentieren ihren Postpunk voller Weltschmerz, Soul und Lakonie. Die tanzbare Quarterlife-Crisis sozusagen, die die Band mal mit Gitarre, mal mit Orgel dekoriert. Die vermeintliche Ernsthaftigkeit ihres Looks bricht Sänger Denis durch seine exaltierte und trockene Ironie. Mit ihrem Vintage-Sound, den dicken Gitarren und der knarzigen Farfisa-Orgel erinnern The Highbrow an verblassende Helden wie The Make-Up, die Hives oder The (International) Noise Conspiracy.

Auf den sechs Songs der Platte feiern sie die großen Gesten, die die Indie- und Shoegaze-Musik der Nullerjahre so schmerzlich vermissen ließ. Die Ekstase wird gezielt als Stilmittel eingesetzt. Dass das Ganze am Ende nicht platt wirkt, liegt vor allem daran, dass die Band gerade die ausgelutschten Rock’n’Roll-Gesten noch stärker überzeichnet als sie es ohnehin schon sind, sie mindestens genauso belächelt, wie sie sie zelebriert. Am Ende ist die Band genau das, was sich vor allem die Generation der Mittzwanziger so sehnlich von ihrem Leben wünscht: eine selbstbewusste, selbsterfüllte Einheit, die sich gerade deshalb nicht zu ernst nimmt.

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The Highbrow – Pelican Sounds // Eliterecords/Broken Silence // VÖ: 29.05.2015

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