28. Januar
Gutterdämmerung *leider abgesagt*

The baddest motherfuckers in rock’n’roll history live in München

2016 war wahrlich ein Schreckensjahr für die internationale Kulturlandschaft bei dem, allen voran, die Musikszene zu oft Abschied nehmen musste. Ein letztes Mal zogen wir den Hut vor großen Idolen wie David Bowie oder Prince und uns wurde klar: unsere Helden sind nun mal doch sterblich.

Der belgisch-schwedische Künstlers Björn Tagemose, setzte sich jedoch schon eine Weile mit der Verehrung seiner Helden auseinander und schuf basierend auf den Tropen des Stummfilms eine Rock-Oper, die seines gleichen sucht. Ganze fünf Jahre investierte er in seine Vision eines Rock’n’Roll Denkmals, für das es ihm schließlich gelang, ein nie dagewesenes Ensemble zu vereinen.

Neben dem Dunstkreis der Desert Rock-Szene um Queens of the Stone Age treffen wir auf Genre-Legenden wie Tom Araya (Slayer), Slash (Guns’n’Roses), Mark Lanegan (Screaming Trees), Volbeat, aber auch Henry Rollins (Black Flag), die große Grace Jones und Punk-Urgestein Iggy Pop.

Die Geschichte hinter dem Film ist schnell erzählt. Es geht um Musik, um gefährliche Musik um genau zu sein und den heiligen Gral des Rock’n’Rolls: eine einzige E-Gitarre. Diese schleudert der Engel Vicious den Menschen als eine Art Sündenfall wieder zurück auf die Erde. Dieses Schurkenstück entfacht daraufhin einen Kampf zwischen Schwarz und Weiß, Reinheit und Sünde in dessen Wirren sich Tagermoses Charaktere in die Schlacht werfen. Der Stummfilm, der eigentlich keiner ist, wird dabei von einer grandiosen Live-Band um den charismatischen Sänger Jesse Smith ergänzt, die sich einmal durch die gesamte Rockgeschichte zu spielen scheint. Und das mit Bravour.

Gutterdämmerung präsentiert sich jedoch weniger als klassischen Film, sondern mehr als Experiment. Zu sehr stehen die epochalen Bilder im Vordergrund, zu sehr werden wir von der Musikvideo-Ästhetik und den zahlreichen Auftritten unserer Ikonen gelenkt. In seiner Einzigartigkeit und seiner leidenschaftlichen Musik-Darstellung ist das Projekt jedoch absolut sehenswert und wird trotz zahlreicher Kritiken seit seiner Uraufführung und dem ersten Festival-Lauf für eben jene Hommage an die Rockgeschichte gelobt. Und so wurde mindestens einem seiner Protagonisten, dessen Tod am 28. Dezember 2015 die Fans noch vor dem Horrorjahr 2016 das erste Mal durchrüttelte, ein Denkmal gesetzt: General Lemmy Kilmister.

Am 28. Januar gastiert die große Rock-Oper dann schließlich in der Münchner Theaterfabrik und wird ganz in Rauch und dunkles Licht getaucht mit Sicherheit ein packenderes Setting liefern als es die Premiere auf dem Rockavaria vermochte. Und wer schon immer in den Genuss einer ganzen Reihe von Rock-Göttern zusammen mit einer überraschend genial aufspielenden Backing-Band auf der Bühne kommen wollte, für den ist Gutterdämmerung ein Pflichttermin.

Gutterdämmerung > Homepage // 28. Januar // Theaterfabrik // 20 Uhr // VVK: ca 44,50 zzgl. Gebühren


Die GUTTERDÄMMERUNG-Tournee – und damit auch der geplante Termin in München am 28. Januar in der Theaterfabrik – werden aus produktionstechnischen Gründen abgesagt.
 
Die Produzenten der Show arbeiten derzeit an einem neuen Konzept und Bühnendesign. GUTTERDÄMMERUNG soll dann im Herbst 2017 auch endlich nach Deutschland kommen.
 
Bereits gekaufte Tickets für die Shows im Januar/Februar 2017 werden von den zuständigen Vorverkaufsstellen erstattet.