Global Brigades – Unterstützung für Panama

„Oh, wie schön ist Panama“, sagte Janoschs kleiner Bär zum kleinen Tiger. „Panama ist das Land unserer Träume. In Panama ist alles viel schöner, weißt du. Denn es riecht von oben bis unten nach Bananen.“

Dank Janosch assoziieren wir Panama mit der Tigerente, mit Bananenduft und idyllischen Stränden. In einem Wort: ein Paradies! Dass in Panama allerdings 30% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben und unreines Wasser eine Welle von Krankheiten und Epidemien über das Land schwemmt, davon steht nichts in Janoschs Kinderbuch. Und überhaupt ist der Gedanke an Kokospalmen und rosarote Sonnenuntergänge ja auch viel schöner als der Gedanke an Slums aus Plastik und traurige Kinderaugen. Das weiß die Stundentengruppe, die sich für gesundheitliche Aufklärung und sauberes Trinkwasser und gegen Ignoranz und Armut einsetzt. „Brücken bauen“, ist das Motto von Global Brigades:

Global Brigades wurde 2004 in den USA gegründet und ist die größte studentische Nichtregierungsorganisation der Welt. Seit 2010 ist sie auch in Deutschland vertreten. 2012 fanden sich am Sprachen- und Dolmetscherinstitut München, kurz SDI, Studenten zusammen, um das Projekt zu unterstützen. Im Frühjahr 2013 organisierten sie eine Health Brigade in Ghana, wo sie  vor Ort einen Trinkwasserbrunnen erbauten und Workshops zur Bedeutung sauberen Trinkwassers für die Gesundheit hielten. Dieses Jahr steht eine neue Brigade an – die Public Health Brigade in Panama. Mit kreativen Spendenaktionen wie Smoothieverkäufen, Flohmärkten und Parties im „Deine Mudda“ sammelt die Gruppe Spenden für das Projekt.

Ein Sommertag am SDI München: der Campus ist gesäumt von Snickers, Kippenschachteln und Cafébechern, die in Form von Aufklebern jegliche Türen, Fensterscheiben, Mülleimer und sonstige Einrichtungsgegenstände verzieren. „Entscheide selbst, wofür du dein Geld ausgibst“, lautet die freche Antwort des Global Brigades Teams auf die versteckte Marketing-Aktion, die nur zu gut unser Konsumverhalten widerspiegelt: ein Käffchen hier, ein Kippchen da, noch kurz was Süßes aus dem Automaten und zurück in die Vorlesung, von der wir uns gelangweilt berieseln lassen, während Kinder in Panama von der Möglichkeit auf Bildung träumen und am Existensminimum herumkrebsen. Klingt hart? Ist aber so. Unverblümt und realistisch, ohne Schnörkel und Beschönigung, klärt das Projekt Global Brigades über die gesundheitlichen und sozialen Zustände in Panama auf und sammelt Spenden. 20 Studenten und ein Ziel: die Lebenssituation der Panamaer langfristig verbessern.

Noch immer bestimmen Krankheiten wie Cholera, Gelbfieber, Denguefieber, Malaria und  HIV den Alltag der Panamaer. Die meisten Krankheiten werden durch verunreinigtes Trinkwasser und von Parasiten befallenen Lehmböden übertragen. Im Oktober 2014 werden die Münchner Studenten selbst nach Panama fliegen, um vor Ort gesundheitliche Aufklärung zu leisten, Wassersysteme zu bauen und Böden zu zementieren und somit weiteren Infektionen vorzubeugen.

Bisher unterstützen 21.000 Studenten 400.000 Menschen. 744 Euro fehlen noch, bis das Projekt die Summe beisammen hat, die es braucht, um die Hilfsaktion in Panama zu finanzieren. Wenn ihr euch das nächste Mal ein Snickers, ein Kippchen oder ein Käffchen gönnt, denkt daran, dass Panama nicht nur nach Bananen riecht, sondern dass die Panamaer unsere Hilfe brauchen.

Hier könnt ihr helfen:

Kontoinhaber: Global Brigades Germany e.V.
Kreditinstitut: Sparkasse Bayreuth
Kontonr: 380 604 06
BLZ: 773 501 10
IBAN: DE24773501100038060406
BIC: BYLADEM1SBT
Verwendungszweck: BG SDI München, Public Health Okt 2014

Mehr Infos gibt es unter: sdi.gb@globalbrigades.org

www.globalbrigades-sdimunich.de

TEXT: CARINA NEUMANN


About Carina Neumann

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Studentin an der Hochschule für Angewandte Sprachen. Außerdem leidenschaftliche Sonnenanbeterin, Langschläferin, Fernwehinfizierte und Teilzeitchaotin. Ich liebe laue Abende an der Isar, das Knistern von Lagerfeuer, den Geruch von frischer Wäsche, spontane Aktionen mit unerwartetem Ende, Pistazieneis und Sand an den Füßen. Ich hasse Schneeregen, das Monatsende und die Konsistenz von Wackelpudding. Seit zwei Jahren schreibe ich für curt über Kultur, Kurioses, Kunst und Musik.