Gehört: VUG – s/t

Heavy Ding will Weile haben. Zwar steht ihr Debüt erst jetzt in den Startlöchern, doch VUG sind nicht zuletzt dank ELDER-Frontmann Nick DiSalvo in Szenekreisen ein wahrer Geheimtipp. Mit ihrem schlicht selbstbetitelten Erstling, der über die Qualitätsbude namens noisolution erscheint, lassen sie aber lieber ihren Sound für sich sprechen und flexen ungeniert den musikalischen Bizeps.

Eingehüllt in eine düsterdunkle Wolke aus waberndem Blues-Slang bedienen sich die Herren VUG aus der musikalischen Zauberkiste, die schon Bands wie Graveyard oder Kadavar zur Speerspitze der Retro-Mattenschwingerei machte. Nimmt man noch etwas skandinavischen Verve und ein, zwei Grunge-Zitate hinzu, bauen sich die akribisch in Berlin/Kreuzberg aufgenommenen 34 Minuten wie ein unbezwingbarer Monolith vor einem auf. Zwar gibt es auch ruhigere Melodien mit Eric Clapton’eskem Gesang, das tonnenschwere Vehikel kommt auf seinen sieben Songs aber auch richtig in Fahrt. Zeit zu reifen hatten die kleinen Epen allemal, doch was monatelang in der Schublade ruhte, wurde dann erst mal gemixt, verdammt gut.

Und auch wenn die Jungs von VUG kräftig am süß-beißenden Klebstoff der 70er-Jahre geschnüffelt haben, bewegt sich ihre Melange aus Protometal und Bluesrock eher erfrischend nah an Cream als an den lichterloh brennenden Zeppelinen. Aber keine Angst, die Zitate sitzen passgenau und unterstreichen die ganz eigene Note, die sich VUG auf ihrer das Trommelfell derb umschmeichelnden Kaffeefahrt durch die Geschichte des Heavy-Rocks erspielt haben.

Geologen als Mineralien enthaltender Hohlraum in Steinen geläufig, werden VUG nun zeigen, ob ihr breitbeiniger Sound auch in den Ohren der Kritiker funkelt und glänzt. Sicher ist, dass sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt definitiv eine einzigartige und nicht minder vielschichtige Gesteinsformation in den großen Teich des Retro-Rocks geworfen haben. Wellen werden VUG nun definitiv schlagen.

VUG – s/t // noisolution // VÖ 13.04.2018 >  Homepage


1 Kommentare

  1. […] CURT „Sicher ist, dass sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt definitiv eine einzigartige und nicht minder vielschichtige Gesteinsformation in den großen Teich des Retro-Rocks geworfen haben. Wellen werden VUG nun definitiv schlagen.“ […]

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