5. Mai
curt präsentiert: Frameless 12

Eine „Blitzlicht“-Performance, elektronisch-abstrakter Folk aus Finnland und ein komplett mit automatisierten Drohnen gedrehter Film – 3 Künstler, 3 konträre Betrachtungsweisen des digitalen Zeitalters: Frameless 12 bringt sie an einem Abend zusammen.

Beginnen wir mit dem Medienkünstler Martin Messier (Prix Ars Electronica 2010) aus Montreal: Für sein spektakuläres Blitzlicht-Gewitter nutzt er die elektromagnetischen Felder, die uns umgeben. Die Signale der Magnetfelder werden mittels Mikrofonen erfasst und bilden die Grundlage seiner Musik. Mit zwei überdimensionierten Schaltflächen werden eine Vielzahl von Ein- und Ausgängen verknüpft und vom Künstler mit LED-Kabeln energetisch in Licht und Klang umgewandelt. Dabei bewegt er sich zwischen den Schaltflächen wie zwischen den Polen der Hochspannungsanlage des Deutschen Museums. Ein Versuch, unsichtbare Phänomene zu einer intensiven körperlichen Erfahrung werden zu lassen.

Die experimentelle Verbindung zwischen heimatlicher Folklore und abstrakten elektronischen Ebenen der digitalen Musik zeichnet Lau Nau aus. Sampler, Looper und zu Flächen geronnene Stimmen heben ihre Musik in eine einzigartige Entrücktheit. Passt zu Laura Naukkarinen, lebt die finnische Künstlerin doch abgeschieden auf einer finnischen Insel im Wald.

Dritter im Bunde ist der britischen Regisseurs Liam Young (Unknown Fields Devision). Er präsentiert mit „In the Robot Skies“ den ersten Spielfilm, der komplett mittels automatisierter Drohnen gedreht wurde. Es ist eine Auseinandersetzung mit der kulturellen Rolle der Drohne: als ambivalente Vermittlerin zwischen realer und digitaler Welt, als Mittel der Überwachung, als Objekt von Hackern und Subkulturen und als Gefährt, mit dem sich die Teenager der Zukunft Liebesbriefe zukommen lassen.


frameless 12 // Martin Messier (CA), Lau Nau (FI), Medienkunst: Liam Young (UK): „In the Robot Skies“ // 5. Mai 2017 // 20 Uhr // MUG, Einsteinstr. 42 // Eintritt frei
Frameless > Homepage

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About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, 70er-Jahre-Lampen ... Seit drei Jahren mischt sie bei curt als Online-Redakteurin und als Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.