22. Februar
Fever Ray @ Muffathalle

„I am not done“, besang es Katrin Dreijer von Fever Ray auf der gleichnamigen Platte „Fever Ray“ und kehrt nun, gute acht Jahre später, mit dem Album „Plunge“ zurück. Ganz ohne viel Trommelwirbel erschien nach dieser langen Auszeit im vergangenen Herbst überraschend das kontroverse Teaser-Video zum Song „To the Moon and Back“, kurz darauf auch das dazugehörige Album „Plunge“. Nun kommt am 22. Februar die Lead-Sängerin von The Knife in die Muffathalle.

Schon seit Erscheinen des Videos zu „To the Moon and Back“ scheiden sich eifrig die Geister an dem neuen Werk von Fever Ray. Aufschreie wurden laut über die obszönen Texte, die verstörende visuelle Umsetzung sowie darüber, dass sich das Ganze zu sehr nach The Knife und zu wenig nach Fever Ray anhört. Als Dreijer im Frühjahr 2009 das erste Soloalbum herausbrachte, wurde es hoch gefeiert. Wer zuvor ihre Musik nicht kannte, kannte sie nun. Mit dem verliehenen Prädikat „schauderhaft schön“ wurde die Musik auch von Mainstream-Kanälen rauf und runter gespielt. Diese Erwartungshaltung hatte nun auch „Plunge“ zu erfüllen. Doch Dreijer ist keine Künstlerin, die sich irgendwelchen Standards oder Erwartungen beugt. Fast könnte man sagen, je mehr man etwas erwartet, desto eher wird einem das Gegenteil beschert.

Nach ihrer Schwangerschaft erschienen, beschäftigte sich „Fever Ray“ viel mit der Einsamkeit der frischen Mutterschaft, dementsprechend düster und melancholisch fielen die Inhalte und musikalische Untermalung aus. Auf „Plunge“, was so viel wie Sturz, Abtauchen oder Sprung bedeutet, kehrt die Künstlerin wieder zu politischeren Themen zurück, die sie schon seit den frühen Anfängen beschäftigen. Laut Dreijer ist das ein Album über Neugierde und Freiheit, über das Patriarchat und seine vorherrschende unterdrückende Stellung in der Gesellschaft, über Lustempfinden und Revolution. So findet sie im Song „This Country“ zum Beispiel klare Worte, „Free abortions and clean water; destroy nuclear, destroy boring“, und spielt dabei auf die gesellschaftlich immer noch herrschende Auffassung von der Kernfamilie mit 2,4 Kindern an, die es aufzubrechen gilt. Dieses Album ist viel direkter und wie der Titel es schon suggeriert, geht es darum, sich in etwas Neues zu stürzen, tapfer und offen dafür zu sein, um sich das zurückzuholen, was einem gehört. Der Titelsong „Plunge“ ist dagegen wortlos gehalten, ganz wie eine Einladung, sich auf das Unbekannte einzulassen und überraschen zu lassen – so zum Beispiel am 22. Februar in der Muffathalle.


Fever Ray // 22. Februar // 20.30 Uhr // Muffathalle // VVK 32 Euro zzgl. Gebühren, AK 38 Euro
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