Gehört: EXEC – The Limber Real

Von digital zurück zu analog. So ungefähr lässt sich der kompositorische Ansatz für diese Scheibe beschreiben. Troels Abrahamsen – vielen als Sänger der erfolgreichen dänischen Electro-Rock Band Veto bekannt – saß im Frühjahr 2013 zu Hause vor seinem Klavier und klimperte ein wenig vor sich hin. Da wurde ihm schlagartig bewusst, dass es Zeit wird, die alten Pfade zu verlassen und nicht mehr ausschließlich mithilfe des Computers Musik zu komponieren und zu produzieren. Klänge wieder unmittelbar entstehen zu lassen. Einfach mit einem Hämmerchen, welches auf eine Saite schlägt, das war doch genau das, was ihn in seiner Kindheit fasziniert hat. Das ist doch das, um was es geht. Crafted, wie man vielleicht neudeutsch sagen würde.

Das Ergebnis dieser Katharsis liegt nun in Form des Albums The Limber Real vor. 14 Stücke, ein Klavier und Abrahamsens wunderbar sonore Stimme. Von Produzent Mikkel Bolding perfekt in Szene gesetzt. Mehr braucht es nicht, um den Hörer zu fesseln und für sich zu vereinnahmen. Die Songs besitzen eine unglaubliche Stärke, Dynamik und Intensität und verbreiten eine gewisse sakrale Stimmung. Abrahamsen hat sich von den Harmonien und Strukturen traditioneller nordischer Psalmen inspirieren lassen, ohne dabei die religiösen Zwischentöne zu übernehmen. Die Texte drehen sich im Wesentlichen um die Idee, dass wir alle doch nur alleine auf der Welt sind. Fans der frühen Tori Amos oder Agnes Obel sollten hier mal ihr Ohr riskieren. Vielleicht fühlt sich Troels dann doch nicht mehr so alleine.


EXEC – The Limber Real >> Facebook >> Homepage // Label: Tambourhinoceros >> Homepage /Indigo // VÖ: 12.02.2016