Die Münchner Gemüseretter: ETEPETETE

Gemüse: Dich Rett-ich!

Ich kann nicht kochen. Aber ich esse gern. Und wie viele andere auch mache ich mir immer mehr Gedanken darüber, wo mein Essen herkommt. Da es meine Zeit gerade gut zulässt, versuche ich frisch einzukaufen und dann halt doch das mit dem Kochen. Leider geht es mir im Gemüseladen immer gleich, ich greife zu Sorten, die ich schon gut kenne, bei denen nicht viel schiefgehen kann und im Zweifelsfall eh am liebsten zu Obst, weil man das einfach so essen kann.

Vielleicht gefällt mir gerade deshalb das Konzept von ETEPETETE so gut. Dabei handelt es sich um Münchener Gemüseretter, die wöchentlich Gemüse in Boxen verschicken. Und zwar ist das alles ausschließlich Bio-Gemüse von hauptsächlich regionalen Zulieferern, das aufgrund seiner Form oder Farbe nicht der EU-Norm entspricht und deshalb nie im Laden landen würde. Da sind viel zu große Kartoffeln, mickrige Zwiebeln, Karotten oder Auberginen mit diversen Beinchen oder eigenwillig geschlängelte Petersilwurzeln. Jedes Stück individuell geformt – zu individuell für den konventionellen Laden. Bevor das Gemüse ein jähes Ende findet, auf dem Feld bleibt oder zur Energiegewinnung verbrannt wird, wird es also von der findigen Etepetete-Crew gerettet, in einer liebevollen und abwechslungsreichen Mischung zu je 5 Kilo in eine Box gepackt und verschickt. So landen immer Freitag Vormittags also Tonnen von schön hässlichem Gemüse in diversen Haushalten und Büros. Jetzt also auch bei mir.

etepetete

In meiner ersten Box waren kleine, süße Tomaten, bei denen ich mir wirklich nicht erklären kann, warum die aus der Norm fallen, riesige Kartoffeln und Rote Bete, zu kleine Zwiebelchen, viele krumme Karotten, Petersilwurzeln und so einiges mehr. Fünf Kilo Gemüse sind schon beeindruckend. Aber die Mischung, die jeweils eine Überraschung ist, zwingt einen dazu, sich auch mit Unbekanntem auseinanderzusetzen. Meine Herausforderung ist dabei ganz klar: schwarzer Rettich. Noch nie gesehen, noch nie gekocht, nach ein paar Nachforschungen und Rezeptsuchen aber tatsächlich genießbar verarbeitet zu Rettich-Bratlingen oder einem super Salat.

Mit 20 Euro pro Box ist man dabei, das klingt nach einem stolzen Preis, wenn man bedenkt, dass es sich um Gemüse handelt, dass für den Handel nicht infrage kommt. Allerdings kommt es dabei sehr auf die Mischung an, zumal das Gemüse abgesehen von seiner eigenartigen Form gute Bio-Qualität ist und man das Päckchen bequem nach Hause oder an eine Packstation geliefert bekommt. Als Zuckerl gibt es passend zur wöchentlichen Gemüseauswahl ein Rezept dazu. Das mag nicht nur für Kochmuffel wie mich eine Inspiration sein.

ETEPETETE >> Homepage


2 Kommentare

  1. […] Die Gemüse-Retter vorgestellt auf CURT München. […]

  2. Ähnlich geil wie foodsharing.de da krieg ich inzwischen mein Gemüse und Obst her und rette es gleichzeitig vor der Tonne.

    Chris /

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