30. Januar bis 13. Mai
Sonderausstellung im Valentin Karlstadt Musäum

Christian Moser, ein waschechter Münchner, war Illustrator, Schriftsteller und Kabarettist. Den meisten Münchnern sind seine Monster des Alltags ein Begriff – liebevoll gezeichnete, alltägliche Quälgeister der Menschen wie “die Besserwisserei”, “der Kaffeedurst” oder auch “das Wehwechen”. Mit ihnen wurde er bekannt, über Jahre widmete er sich der Ausarbeitung der charmanten Illustrationen und lexikonartigen Beschreibungen selbiger und sie erreichten Kultstatus – als Postkarten und als Buch. Ab 2002 war er dann mit Severin Groebner unterwegs, um ein gleichnamiges Programm zu präsentieren, zuletzt stand er mit einem Solo-Kabarett über die Monster auf der Bühne.

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Am 30. Januar eröffnet im Valentin Karlstadt Musäum eine Ausstellung zu Ehren des Künstlers, dessen Tod im Sommer letzten Jahres ein Loch in die Münchner Kulturszene gerissen hat. Der Vater der Monster des Alltags, der nur 47 Jahre alt wurde, hat im Lauf seiner Karriere u.a. geschichtlichen Größen wie Karl May, Sigmund Freud oder Wolfgang Goethe zu feingeistig-provokanten, unterhalsamen Comic-Biografien verholfen, die vom Carlsen Verlag als Bücher herausgegeben wurden. Zudem zeichnete er über Jahre hinweg schrullige Porträts in Postkartengröße – die “kleinen Köpfe“, die ebenfalls von Mosers scharfer Beobachtungsgabe, seiner warmherzigen Intelligenz und vor allem seinem unvergleichlichem Humor zeugen.

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Bis 13. Mai hat man nun Gelegenheit, im Rahmen dieser Ausstellung einen Blick auf das Gesamtwerk eines ungewöhnlichen Künstlers zu werfen, der sicherlich über seinen Tod hinaus ein Stück Münchner Kultur geprägt hat.

>> Valentin Karlstadt Musäum

TEXT: PETRA KIRZENBERGER


About Petra Kirzenberger

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Seit 2010 als Redakteurin und Lithografin bei curt. Schwerpunkte Kabarett und Theater, Fotokunst, Yoga, München – und alles was rot-weiß-rot ist.