25. Juni
curt präsentiert: EELS

Adidas-Jogginghose, Sonnenbrille, Baseballcap. Dazu ein Bart, der zunehmend ergraut. Dann wieder klassisch schlicht und ganz in Weiß: Wie der Kleidungsstil, so ist auch die Musik der EELS facettenreich und niemals eintönig. Weder der werte Hörer noch der Zuschauer weiß, was geschehen kann auf einem EELS-Konzert. Alles nämlich.

Mal extra deep und pure Melancholie, dann wieder aufbrausend und wuchtig instrumental. Stets zeitlos melodisch und immer, immer großartig. Ein jeder Text vom Leben gezeichnet – und das ist im Falle des Frontmanns Mark Oliver Everett (aka „E“) mal so gar nicht von bilderbüchlichem Familiensegen geprägt. Auf den Tod seines Vaters (den er als Teenager selbst fand) folgte der Selbstmord seiner Schwester, das krebsbedingte Ableben der Mutter und schließlich der Unfall seiner Cousine, die als Stewardess in der Unglücksmaschine von 9/11 arbeitete. So viel Elend in so wenigen Jahren hinterlässt Spuren. Viele Songs lassen sich überhaupt nur im Hinblick auf biografische Hintergründe verstehen (nachzulesen auch in seiner Biografie „Things the Grandchildren should know“).

So scheint es der Ironie seines tragischen Lebens geschuldet, dass die Summe aller durchlebten Dramen im Leben des Mr. E letztlich dessen Erfolg begründen. Weil sie ehrlich sind, die Texte, durch und durch gelebt die Instrumentalisierung. Grandios das Ergebnis.

Jegliche Schicksalsschläge verarbeitet Marc Oliver Everett im Songwriting. Und wenn dieses persönlich erfüllt, gleichzeitig Fanbases begründet und ausverkaufte Hallen nach sich zieht, kann es dann eine schönere Form der Therapie geben?

Nach vier Jahren viel zu langer Wartezeit steht mit „The Deconstruction“ seit April das zwölfte Studioalbum der EELS in den Plattenläden. Prall gefüllt mit unverkennbar genialem EELS-Sound ist ein jeder der 15 Songs noch etwas besser als alle anderen. Schon der gleichnamige Opener vereint auf verspielt-naive Weise die leichte Sensibilität des Pop mit herrlich schönem Rumpel-Rock. Düster und doch ein bisschen soft setzt das anschließende „Dry Bone“ noch einen drauf. Lebensbejahend und good-mood-stiftend können sie (mit dem College-Pop-Track „Today Is The Day“ und dem fuzzy-gitarrenlastigen „You Are The Shining Light“) aber auch, die Herren EELS!


curt präsentiert: EELS// 25. Juni // 20.30 Uhr // TonHalle // Ausverkauft!
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