8. März
Donots in der TonHalle

Jeder hat diese eine Band. Diese Band, die uns durch unsere Jugend begleitet hat, an unserer Seite geblieben ist wie ein treuer Freund. Zu deren Musik man saufen konnte, aber sich auch seinen pubertären Sorgen hingeben oder einfach nur entspannen konnte. Diese Band, deren Musik immer passte, egal was da war. Wenn man sich hierzulande auf den Prototyp dieser Art Band einigen sollte, dann hätte eine Kapelle mit Sicherheit einen Platz auf dem Podest sicher: die Donots.

Wir, die wir inzwischen endlich legal die Ü30 Parties klar machen dürfen, haben zu “Whatever happened to the 80s” oder “We’re not gonna take it” unsere Pogo-Unschuld verloren und haben zu “Room with a view“ versucht, unsere Jugendliebe auf irgendwelchen Jahrgangsstufenfeiern rum zu kriegen. “Goodbye routine” war der Soundtrack unseres Abis und entließ uns in die große weite Welt. Und während wir unseren Weg gingen und inzwischen unsere Altersvorsorge aufmöbeln, indem wir Versicherungen verkaufen, renitenten Schülern was fürs Leben beibringen sollen oder am Aktienmarkt unser Glück versuchen, machen die Donots einfach immer noch das Selbe wie vor 15 Jahren: Gas geben und Spaß haben. Ohne – das sei hiermit ausdrücklich betont – dabei jedoch in der inhaltlichen Belanglosigkeit zu verschwinden. Okay, ein bißchen was hat sich natürlich auch bei Ingo, Guido und Konsorten getan in über zwei Jahrzehnten Bandgeschichte, denn Stillstand ist schließlich des Kreativen Tod.

Mit “Lauter als Bomben” werfen die Fünf aus Ibbenbüren immerhin bereits ihr 10 Studioalbum auf den Markt. Und zwar inzwischen wieder in völliger Eigenregie unter ihrem eigenen Label Solitary Man Records. Bemerkenswert ist für eines der Leuchtfeuer der deutschen Alternative- und Punkrock-Szene jedoch, dass es erst das zweite komplett deutschsprachige nach dem Vorgänger “Karacho“ ist. Klang das anno 2015 noch ein wenig ungewohnt, zeigt schon der an ein deutsches Green Day erinnernde Opener “Geschichten vom Boden”, dass diese Abtastphase inzwischen längst vorbei ist.

In Zeiten, in denen die Ablehnung fremder Menschen und Kulturen wieder schamlos in die Öffentlichkeit drängt kommt dieser Wechsel der Sprache aber vielleicht gerade zur rechten Zeit. Noch deutlicher können die Donots, die schon immer keinen Hehl aus ihrer ehrenwerten und felsenfesten Einstellung zu diesen Themen gemacht haben, auf diese Weise ihre Botschaft artikulieren. Der Titel lässt da ja ebenfalls keinen Spielraum für Interpretationen, die Donots prügeln Hass und Intoleranz einfach mit 160bpm und Schrammelriffs wieder zur Tür hinaus. An den Mitgröhl-Refrains hat sich dabei ebensowenig etwas geändert wie am sicheren Gespür für die Donots-typische Melodiearbeit, siehe “Der Trick mit dem Fliegen” oder das hymnische “Aschensammeln”. Den Donots hört man die Donots immer noch an und dafür lieben wir sie.

Mit ungefähr 1000 Konzerten tut die Band auch an vorderster Front ihr Bestes, um ihren Erziehungsauftrag unter die Leute zu bringen. Dass sie dabei selbstverständlich zu den besten ihres Fachs hierzulande zu zählen sind steht außer Frage. Und wer sich darüber tatsächlich noch kein eigenes Urteil gebildet hat, bekommt auf der “Lauter als Bomben“ Tour eine weitere (aber ganz sicher nicht die letzte) Möglichkeit. Auch 2018 sind die Donots zum Glück noch lange nicht am Ende ihrer Reise angekommen.

DONOTS Lauter als Bomben-Tour 2018 > Homepage // 08.03.2018 // Tonhalle // Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr // VVK: ca. 30,40 Euro zzgl. Gebühren