Im Gespräch: deplugged

Aus einer Schnapsidee zweier betrunkener Studenten entstand die Akustikband deplugged. In Eigenregie nahmen die beiden Gitarristen Tooney und Manu das Album Contribution to society auf.

Mittlerweile haben deplugged längst die niederbayerische Studentenstadt hinter sich gelassen und hauen auch als „Zuagroaste“ in München weiterhin gemeinsam in die Saiten.

Am 5. August spielt das Duo auf dem Free&Easy Festival im Backstage auf der Bühne im Backyard. Das passt, ist doch ihr Sound die perfekte Untermalung für ein paar Bier mit guten Freunden an einem lauen Sommerabend. Vorab beantworteten Tooney und Manu curt schon mal ein paar Fragen.

Ihr habt als Studenten deplugged gegründet. Wie kam es dazu?

Wir haben uns während des Studiums in Deggendorf kennengelernt und besoffen nach einer Party festgestellt, dass wir beide in Bands Gitarre spielen und zu allem Überfluss auch noch kaum bespielte Akustikgitarren daheim stehen haben. Nach dem ersten gemeinsamen Jam entstand auch schon der erste Song „Education Manipulation“. Wir haben schnell gemerkt, dass das musikalisch gut funktioniert und hatten so ein Ventil, um Songs zu verwenden, die wir in unseren Hauptbands – Punkrock- und Alternative-Rockbands – nicht verarbeiten konnten.

Ihr habt in einer Kleinstadt angefangen und lebt nun beide in München. Was sind da die Vor- und Nachteile? Wo hat man es als Musiker leichter?
In Deggendorf war deplugged eher ein kleines Nebenprojekt, bei dem es hauptsächlich darum ging, gelegentlich Songs zu schreiben und ab und zu in kleinen Kneipen vor den altbekannten Kommilitonen zu spielen. Jetzt in München ist es leichter seine Musik zu verbreiten, da man auch vor größerem und unbekanntem Publikum spielt. Generell bietet München viel mehr Platz für Live-Musik als eine Kleinstadt wie Deggendorf.

Ihr bezeichnet euren Sound als Acoustic-Pop-Rock-Shizzle. Was kann ich mir darunter vorstellen?
Ach, wir haben einfach keine vernünftige Bezeichnung für unseren Sound gefunden. Im Grunde sind es unsere Ideen aus verschiedensten Genres komprimiert auf zwei Akustikgitarren und zwei Stimmen mit ordentlich cojones!

Vor kurzem seid ihr beim Mammuth Contest eine Runde weiter gekommen. Von der Jury habt ihr gutes Feedback bekommen – Hättet ihr damit gerechnet?
Vorne weg: Wir sind keine großen Fans von Bandcontests, weil die meisten sich wenig auf die Musik der Bands konzentrieren, sondern immer darauf bedacht sind, Profit zu erwirtschaften, und Bands, die die meisten Leute mitbringen, sich am Ende auch durchsetzen. Das geht unseres Erachtens am Gedanken eines Contests vorbei: Die beste Band zu fördern und zu belohnen.

Dass es auch anders geht, haben wir aber beim Mammuth Contest festgestellt. Hier fließt zu 50 Prozent die Bewertung der Jury mit ein, ohne deren Hilfe wir bei der ersten Runde vermutlich raus geflogen wären. Von dem her haben wir uns natürlich sehr über die positive Kritik der Jury gefreut. Generell hätten wir allerdings nicht damit gerechnet, die nächste Runde zu erreichen.

Was erhofft ihr euch von der Zukunft von deplugged? Und auf was kann man sich bei eurem Auftritt auf dem Free&Easy Festival im Backstage freuen?
Wir haben vor, in naher Zukunft eine neue EP aufzunehmen und hoffentlich noch zahlreiche Gigs zu spielen. Natürlich würde es uns auch freuen, in absehbarer Zeit auf größeren Bühnen zu stehen, da man als Akustik Band doch sehr schnell als Kneipen-Band abgetan wird. Hierfür ist ja das Free & Easy schon mal ein netter Anfang und die Besucher des Festivals können sich auf neu besaitete Gitarren freuen.

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