2. Dezember
Denzel Curry

Kann Rap-Musik Punk sein? Wenn man sich den derzeitigen (Soundcloud)-Rap aus South Florida anhört, dann lautet die Antwort „Ja“. Meist sind es eher kürzere Songs, aufgenommen und performt mit Lo-Fi-Equipment, die von ihrer puren Energie leben: kraftvoll, eckig, verzerrt, es fetzt und kracht. Eine unpolierte Wut, die sich weniger um Kompromisse kümmert. Der 23-jährige Denzel Curry, auch aus Florida, gehört zu dieser neuen Art von Rappern.

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https://www.youtube.com/watch?v=tKAv7eOK2dg

Seine Musik handelt von Ausgrenzung, Missbrauch und erfahrener Gewalt. Bereits mit zehn bekam er mit, wie sein Cousin erschossen worden ist, vor vier Jahren taserte Polizisten Currys Bruder zu Tode. Den Weg aus der hineingeborenen Gewaltspirale fand Denzel Curry durch die Musik. Mit 15 Jahren angefangen zu rappen, kam mit 16 das erste Mixtape. Im Lauf der Jahre veröffentlichte Denzel Curry weitere Mixtapes und Alben. Dieses Jahr ist sein neustes – und auch sein durchdachtestes Werk Ta13oo, sprich Taboo, erschienen. Die Energie ist zweifellos immer noch da, jedoch sind das keine wütend gebrüllte Parolen mehr, sondern ein in sich stimmiges Werk mit klarer Richtung, dynamischen Beats und variierenden Flows.

Ob das nun wirklich der neue Punk  ist, sei dahingestellt. Fest steht, dass Denzel Curry eine Live-Show liefern kann, die von seiner fokussierten Energie lebt. Als bei einem Konzert dieses Jahr die Anlage kurzzeitig ausfiel, freestylte Denzel in einer Intensität und Geschwindigkeit, von denen sich andere Rapper eine Scheibe abschneiden können. Da steht jemand auf der Bühne, der Chop Suey von System of a Down anspielt, um in nächsten Moment mit seinem größten Hit Ultimate die Bude abzureißen. Und das sollte man sich lieber nicht entgehen lassen.

Denzel Curry > Homepage // 02. Dezember 2018 // Einlass 19.00 Uhr | Beginn 20.00 Uhr// Muffathalle // VVK € 23 zzgl. Gebühren // Facebook-Event

Foto: Quelle Melt Booking