22. August
curt präsentiert: Death From Above

Gitarre, Bass, Drumset. Das Skelett einer jeden Rockband, der kleinste gemeinsame Nenner. Man möchte meinen, da gibt’s nichts, was man noch weglassen könnte, ohne irgendwie diesem wunderbaren Musikstil auch gleichzeitig die ihm innewohnende archaische Kraft, ja, seine Seele zu rauben. Und dann wird man dann und wann doch eines Besseren belehrt. The White Stripes? Kennt jeder. Royal Blood? Selbstverständlich. In die Klasse der druckvollen Duos fällt außerdem Death From Above aus Toronto, Kanada, bestehend aus Jesse F. Keeler (Bass, Synthesizer, Backing Vocals) und Sebastien Grainger (Drums, Lead Vocals).

Death From Above waren mal Death From Above 1979, nachdem sie zu Beginn ihres Daseins Anfang der 2000er schon mal Death From Above waren. Was zunächst nach einer gewissen Unschlüssigkeit ob des Bandnamens klingt, hat seinen Hintergrund in einer Rechtsstreitigkeit mit dem gleichnamigen Label Death From Above Records (ohne 1979). Als mit „You’re a Woman, I’m a Machine“ 2004 das viel beachtete und hoch gelobte Debütalbum der Band in den Startlöchern stand, ein Kultklassiker von Anbeginn, bekam das Label Muffensausen und untersagte die Veröffentlichung unter dem Bandnamen Death From Above. Das führte zwar nicht zu Begeisterungsstürmen bei Jesse und Sebastien („James Murphy [Inhaber von DFA Records] is a selfish piece of fuck“), aber doch zum Suffix 1979, Sebastiens Geburtsjahr.

Unter dem Namen kam es dann zunächst 2006 zur Auflösung der Band. Ein paar Jahre später war aber das Feuer wieder entfacht und Jesse und Sebastien schmissen mit „The Physical World“ 2014 ein Comeback nach einem ganzen Jahrzehnt auf den Markt, das sich gewaschen hatte. Nun mussten glücklicherweise keine weiteren zehn Jahre vergehen: „Outrage! Is now“ markiert nicht nur Album Nr. 3, sondern auch die Rückkehr zum alten Namen. No risk, no fun dachten sich die beiden und strichen das 1979 wieder – bis heute ohne rechtliche Folgen.

„Outrage“ lässt sich unter anderem mit „Ausschreitung“ übersetzen und diese Bezeichnung kommt dem, was DFA auf der Bühne abreißen und von dort auf die Anwesenden davor übertragen, tatsächlich sehr nahe. Hier schwitzt man – erfahrungsgemäß – nicht nur das T-Shirt durch, sondern Jeans und Geldbeutel gleich mit dazu. DFA halten sich nicht lange mit Schnörkeln und Spielereien auf. „Outrage! Is now“ geht mit „Nomad“ direkt in die Vollen, der Bass schrammelt sich ein paar Intro-Takte warm, bevor das Gaspedal in die Ölwanne durchgedrückt wird. Auch während der folgenden fulminanten Leadsingle „Freeze me“ kommen nicht einen Moment lang Zweifel auf, DFA hätten irgend etwas von dem verlernt, was sie anno 2004 von 0 auf 250 beschleunigt hatte. Bemerkenswert ist, dass sich das Album im Anschluss dennoch absolut abwechslungsreich präsentiert, auch wenn man meinen könnte, einer Hardcore-Dance-Punk-Band bliebe dahingehend nicht gerade viel Spielraum. Weit gefehlt: „Caught up“ ist z.B. nahezu eine laszive Ballade (gemessen an DFA-Maßstäben), während „Never Swim Alone“ der Sleazerock aus allen Poren quillt. Der rohe, blutige Appeal von „You’re a Woman, I’m a Machine“ ist zwar noch da. DFA kommen mit „Outrage! Is now “aber eher saftig medium-rare daher. Das schmeckt uns und euch am 22. August im Strom mit Sicherheit und läutet so langsam den Beginn der Clubkonzert-Saison ein!

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Death From Above // Support: The Picturebooks > Homepage // Strom (vom Technikum verlegt) // 22. August // Einlass 19.30 Uhr // VVK 20 Euro zzgl. Gebühren
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