curt war da: We Are Scientists im Ampere

Die Brooklyner We Are Scientists waren nach lang ersehnter Zeit zurück in München: mit der Tour zu ihrem erst Anfang März veröffentlichten Album „TV en Français“. Das Duo aus Sänger/Gitarrist Keith Murray und Bassist Chris Cane ist bekannt für seine komödiantischen Züge und auch die Musik enttäuschte nicht.

We are Scientists Konzert Bericht curt München

Mit „Return The Favor“ eröffnen sie ihr spezielles „We Are Scientists“-Abendprogramm, fließen dabei nahtlos in „After Hours“ und „I Don’t Bite“ über. Mit ihrer Songauswahl größtenteils aus dem neuen Album dauert es das erste Viertel der Show, bis das Publikum komplett auftaut. Nachdem das aber geschehen ist, ist es nicht mehr zu stoppen. Der beliebte Ohrwurm „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ lässt die Menge auf und ab hüpfen und bald wird der Standard-Münchner zu einem Teil einer ausgelassenen, tanzenden Menge.

Dass sich eine so entspannte, gemeinschaftliche Stimmung im Ampere aufbaut, schaffen die spontanen Späße von Keith Murray und Chris Cane. Sie lassen das Publikum an ihren unterhaltsamen Dialogen teilhaben und unterhalten sie so während der kleinen Verschnaufpausen, die durchaus notwendig sind.

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Musikalisch beeindruckt das Set mit ihrem typischen Indierock, den atmosphärisch hallenden Gitarren, den abgestimmten Harmonien und Keith Murrays makelloser Mischung aus Gesangshöhen und Tiefen. Es folgt die Single vom neuen Album, „Dumb Luck“ und „Rules Don’t Stop“, bis schließlich zwischen den Liedern Chris Cane in „spoken word poetry“ ausbricht: Ein spontanes Gedicht begleitet von Keith Murrays Gitarre, das für viele Lacher in der Menge sorgt. Die Band zeigt ihre Leichtigkeit mit dem neuen Material ebenso wie Freude an den alten Singles, welche beide mit ihrer beeindruckenden Live-Umsetzung und dem offensichtlichen Spaß auf der Bühne dem Publikum eine eindrucksvolle Show boten. Ihr Set aus 17 Songs ist lebhaft und dynamisch durch ihre Interaktion und die optimale Nutzung des Raums. So auch als Keith Murray während „Textbook“ mitsamt Mikrophonständer und Gitarre in der Menge verschwindet, welche einen Kreis um ihn bildet und ihn so mittendrin das ganze Lied singen lässt.

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Vor der Zugabe stellen sie sympathisch das Von-der-Bühne-Gehen ins Lächerliche und verschwinden dann auf eine halb beleuchtete Plattform, wo sie sich hinter einem Vorhang verstecken, um dann nach kurzer Nachfrage des Publikums mit den Worten „Surprise, we didn’t leave yet!“ zurück auf die Bühne zu kommen. Nach zwei weiteren Liedern setzten sie ihrem Set mit „The Great Escape“ ein großartiges Ende.

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Sie beweisen bei ihren Live-Shows, dass sie fähig sind, eine unterhaltsame Mischung aus ungezwungenem, sympathischen Humor und einwandfreiem musikalischen Können zu liefern.

TEXT: Marijam Bach
FOTOS: Michael Dengler