curt präsentiert:
Bastille im STRØM

Das Jahr 2012 stand für Bastille unter dem Zeichen des stetigen Tourens. So nahm die Band um Mastermind Dan Smith sämtliche Indoor- und Outdoor-Gelegenheiten zwischen Brighton und Glasgow wahr. Unvergessen ist die ausverkaufte Show in Londons Koko – und das Monate vor der Albumveröffentlichung.

Zu jenem Zeitpunkt erklärte Dan Smith bereits: „Ich sehe Bastille mehr als ein Projekt, in dem ich mit unterschiedlichen Sounds experimentieren kann. Dies gibt mir die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit so weit wie möglich von mir zu lenken.“

Dan von Bastille

Foto: Latoyah Gill

Dan von Bastille // Foto: Latoyah Gill

Foto: Latoyah Gill

Dies sollte sich von nun an als schwierig gestalten. Mal abgesehen von Smiths emotionaler Stimme, seinen mitreißenden Live-Qualitäten oder der markanten ‚Eraserhead‘-Frisur, wird eine einstellige Zahl ihre Wirkung zumindest auf der Insel nicht verfehlen. Die neue Single „Pompeii“, ein optimistisch-verspielter Synthie-Pop-Song, ging dort von null auf Platz zwei der Charts, direkt hinter Justin Timberlake. Das Debütalbum „Bad Blood“ (deutsche VÖ 1. März 2013) platzierte sich diese Woche direkt auf der Eins, gefolgt von einer ausverkauften England-Tour.

Angesichts dieses Erfolgs kann man sich kaum vorstellen, was in einer eher scheuen und bescheiden-wirkenden Person wie Smith vor sich gehen mag. Völlig überrumpelt von der medialen Aufmerksamkeit muss die Single „Pompeii“ plötzlich so viel mehr Sinn machen, hinterlässt sie doch ein selbstkritisches Ausnahmetalent mit der Frage: „How am I gonna be an optimist about this?“

Es sind jene Eigenschaften, wie Smiths  Unsicherheit vor Kameras oder das Erstaunen darüber, welche Resonanz seine Musik hervorruft, die ihn authentisch und nahbar machen. Seine Songs reflektieren über menschliche Fehler, Einsamkeit, wie die Vergangenheit uns prägt und warum es so schwer ist, sie loszulassen. Was textlich einen ernsten, durchaus reifen Ton anschlägt, versprüht auf musikalischer Ebene dank Synthesizern, gelegentlichen Streichereinsätzen sowie komplex gesetzten Tempowechseln bittersüße Melancholie, Hoffnung und Tiefe. Besonderes Merkmal ist der visuelle Einfluss von David Lynch, der dem Artwork und den Videos einen mystischen Charakter verleiht.

„Was ich an David Lynch so schätze, ist seine Fähigkeit, potenziell alltägliche Situationen mit einer unterschwelligen Dunkelheit zu projizieren und es einem damit etwas unbehaglich zu machen“, sagte Smith, der als Kind Filmregisseur werden wollte.

Das Fazit: Zwei negative, dunkle Seiten stoßen sich gewöhnlich ab oder aber, sie ziehen sich gegenseitig weiter nach unten. Im Falle Lynch/ Bastille jedoch bauen Pessimismus, Düsterheit und Hoffnung aufeinander und treffen damit den Nerv der gegenwärtigen Popkultur. Und somit Smiths Alptraum von zu viel Aufmerksamkeit.

curt präsentiert das Konzert von Bastille am 22. April im STRØM und verlost 3 x 2 Tickets.

+++ Die Gewinner wurden gezogen und die Tickets per Post verschickt! +++

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TEXT: INES PUNESSEN