26. Februar
curt präsentiert: Dan Le Sac vs. Scroobius Pip

Hätte Monty Python jemals einen Abstecher Richtung Hip-Hop gewagt, dann wäre wohl das dabei herausgekommen, was Dan Le Sac vs. Scroobius Pip machen. Ein schlaksiger Weißer und ein milchgesichtiger Weißer, beide recht behaart, machen Rap, der die soziale Realität des Otto-Normal-Thirty-Something thematisiert. Wobei! Ob man hier überhaupt von Rap sprechen kann, darüber kann man auch streiten. Vielleicht ist die Spoken-Word-Schublade die richtigere, vielleicht nennt man es auch gleich Poetry Slam MCing. Wer weiß das schon?

Jedenfalls haben wir es mit sorgsam produzierten Singsang britischen Couleurs zu tun – also vollkommen unprätenziös. No Goldkettchen, no Nutten-und-Koks. Dafür haben die Texte Substanz, kreisend um das, was vor der Haustür abgeht. Eine beatuntermalte Reflexion des Alltäglichen, frisch aus dem Leben gegriffen, mit Tiefe und manchmal aufgekratzt, den erhobenen Zeigefinger aber in der Hosentasche stecken lassend. Ihren sonderbar wunderbaren Sound hörte man erstmals 2007 mit „Thou Shalt Always Kill“.

Seitdem hat das Duo Dan Le Sac vs. Scroobius Pip drei Alben veröffentlicht. Mit dem letzten Longplayer „Repent Replenish Repeat“ sind sie ab Januar 2014 auf Europa-Tour und spielen drei Gigs in Deutschland: Am 26. Februar spielen sie in der Münchner Kranhalle, dann folgt Berlin (3.3./Urban Spree) und Hamburg (4.3./Molotow).

Fazit: Musik mit Stärke und Mut zur Geschmackbefreitheit, verrührt mit einer gewissen Schärfe. So wie eine Dose Baked Beans mit etwas Chilipulver. Für Fans von: Jamie T, The Streets, Prinz Pi

Die Gewinner unserer Kartenverlosung wurden gezogen und informiert!

TEXT: Julia Fell


About Julia Fell

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Exilsaarländerin, in jungen Jahren nach England verpflanzt, über einen Zwischenstopp im beschaulichen Passau in München gelandet, um irgendwas mit Medien zu studieren. Will entweder für immer hier bleiben oder doch noch nach Amsterdam ziehen. Mag Reggae, Rap, spleenige Menschen, große Männer mit schönen Augenbrauen und großer Schnauze, Gruselstreifen, Stinkekäse, Biografien und flache Witze. Mag nicht, dass ihr ständig jemand eine Berufsunfähigkeitsversicherung andrehen will. Im 9-to-5-Leben Fotoredakteurin.