10. März
curt präsentiert: ClickClickDecker @ Feierwerk

Jeder kennt diese Person, die immerzu behauptet, heutzutage gäbe es keine gute Musik mehr, die sich dann aber freitags einen halben Tag frei nimmt, um zum Coldplay-Konzert zu fliegen. Ähnlich verhält es sich mit den Blinden und Tauben, die hierzulande nur die deutschsprachige generische Unterhaltungsmucke kennen. Wie gut, dass nicht überall dort, wo ein Text auf Deutsch geschrieben wird, die Giesingers und Forsters lauern. Ehrliche und gute Texte aus Deutschland? Das gab es tatsächlich mal! Genau wie es auch heute noch Bewahrer der Zunft gibt. Ein solches Polarlicht ist der Liedermacher (uargh …) Kevin Harmann. Der Ost-Berliner, der seit Jahren in Hamburg wohnt, ist im Dunstkreis von Grand Hotel van Cleef und Audiolith vor allem durch sein Projekt ClickClickDecker als verdammt guter Texter in fast konstanter Höchstform bekannt. Mittlerweile ist das Projekt des Wahl-Hanseaten zu einem Trio angewachsen und Am Arsch der kleinen Annehmlichkeiten jüngst als viertes Album veröffentlicht worden. Am 10. März präsentiert das Indie-Folk-Vehikel seinen Groove meets Melancholie in der Kranhalle.

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https://www.youtube.com/watch?v=J83_d0gTG1M

 

Ich weiß einen Scheiß über dich / Das ist bestimmt bedauerlich / Es interessiert mich einfach nicht.

Das sitzt und gibt sogleich den Ton von Am Arsch der kleinen Annehmlichkeiten an. Harmann, der zur Entstehung des Album an den Folgen einer Depression litt, lädt auf 13 groovigen Gitarrenpop-Stück mit tiefschwarzer Textnote ein in den Kleinkrieg von Mann-Frau-Beziehungen, eigenes Ungenügen oder schlicht „Daktari im Hochparterre“. Den Wahnsinn des Alltags und der eigenen Gefühlswelt, aber auch der seiner Mitmenschen, packt er dabei in, von Oliver Stangl (Git) und Sebastian Cleemann (Drums) zusätzlich zu angenehmer Opulenz instrumentiert, warme Klangteppiche. Die Songs sind in sich abgeschlossene Episoden aus dem Leben, mal traurig, mal augenzwinkernd und hin und wieder auch ganz einfach mit einem Bier hinunterzustürzen. Dabei grenzen sich die Stücke von ClickClickDecker von denen anderer Lyrik-Tänzer auf der melancholischen Seite des Lebens wohlwollend ab und entwickeln eine ganz eigene Dynamik fern von Olli Schulz oder Kettcar.

Dass es sich bei Hamann um mehr als nur einen Singer-Songwriter (nochmal uargh …) handelt, wird auch beim Blick auf seine Vita klar. Als Autodidakt in diversen Hardcore-Bands an der Klampfe unterwegs, zog es ihn allmählich in elektronische Gefilde, die seine Bands Tom Bola, aber auch Bratze zusammen mit Norman Kolodzieij (Die Tante Renate) folgen ließen. Mit der Akustikgitarre nahm schließlich auch ClickClickDecker Form an und wuchs innerhalb von 15 Jahren zu stattlicher Größe heran. Sein Hauptprojekt führt ihn nun auch im Jahr 2019 mit neuem Album unterm Arm immer noch auf die Bühne. Und während Hamann vor allem das Texten und das wohnzimmeratmosphärliche Rutschen über den Gitarrenhals perfekt beherrscht, erweist sich auch Tour-Schlagzeuger Sebastian Cleemann als Wundertüte. Etwa dann, wenn er mit seinem Loop-Folk-Projekt Petula bereits im Vorprogramm die Bühne warm spielt.

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: ClickClickDecker > Homepage // Support: Petula // 10. März 2019 // Feierwerk Kranhalle // Beginn 20 Uhr // VVK 19 EUR zzgl. Gebühren

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https://www.youtube.com/watch?v=8Ix21Zu0Qj4