4. März
curt präsentiert: Brian Fallon & The Howling Weather

Brave Frisur, verschmitztes Lächeln und die zahlreichen Tattoos meist von langer Kleidung bedeckt: Vom bilderbüchlichem Rockstar-Look hält Brian Fallon wenig. 1980 als Sohn einer Folk-Sängerin in New Jersey geboren, war eine Musikerkarriere beinahe unumgänglich. Schon im zart-pubertären Alter von 17 Jahren veröffentlichte er unter dem Pseudonym No Release eine Kassette (= Datenträger, der Musikgenuss lange vor Zeiten von Streaming und Co. ermöglichte.  Anm. d. Red.). Erstes Blut war geleckt, die primäre Stufe des Karriertreppchens erklommen.

2004 gründete Fallon mit seinen Kumpels Alex Rosamilia (Gitarre), Alex Levine (Bass) und Benny Horowitz (Schlagzeug) die Band This Charming Man, bald besser bekannt als The Gaslight Anthem. Und dann ging alles ganz fix: Fünf veröffentlichte Alben, diverse musikalische Nebenprojekte und Hunderte Liveshows entführten den jungen Fallon in die weite Welt.

Als im Juli 2015 eine „unbegrenzte Pause“ verkündet wurde, mussten Fans nicht lange trauern. Weil Auszeiten was für Luschies sind und Fallon sich schnell langweilte, präsentierte er schon im folgenden Frühjahr mit Painkillers sein erstes Soloalbum. Und was sollte schon schiefgehen, unterstützt von musikalischen Weggefährten früherer Zeiten und produziert von Butch Walker (dem wir u.a. den Sound von Frank Turner oder Fall Out Ball zu verdanken haben)? Hm? Eben, nüschte. Etwas ruhiger als vielleicht vermutet, ist sein Debütalbum gezeichnet von altbewährter Fallon-Manier – und nicht anders soll es sein. Ein Dutzend Songs, allesamt herrlich eingängig und doch in nötiger Distanz zu vorhersehbarem Glitzer-Pop. Mit einer Stimme zum Niederknien und Ave-Maria-Beten besingt Fallon auf Painkillers hoffnungslose Romantik ebenso wie das amerikanische Freiheitsstreben der 50er/60er-Jahre, mal zwischen, mal unmittelbar benannt in den Zeilen. Fans von The Gaslight Anthem werden nicht enttäuscht, alle anderen überwältigt.

Ist es Folk? Punk? Indie-Rock? Oder von allem ein bisschen? Ach, diese Genregrenzen. Bei Brian Fallon scheinen sie unsinniger denn je. Vergleiche zu Bruce Springsteen oder Tom Petty werden laut. Und seien wir ehrlich: Es könnte alles schlimmer sein. Ob als Sänger, Gitarrist oder Songwriter: Unmöglich zu sagen, in welcher Rolle man ihn am liebsten hat. Bestenfalls in Kombination. Und obwohl mir dieser Ausdruck zuwider ist, trifft er auf Fallon doch exakt zu: Ein Kreationist ist er. Und ein goddamn Begnadeter dazu.

Das zweite Baby räkelt sich quasi im Geburtskanal: Schon am 9. Februar steht mit Sleepwalkers die neue Fallon-Platte in den Läden. Erste Auskopplungen sind raus und, Holla die Waldfee, gelinde gesagt: vielversprechend. Mit Forget Me Not beweist der Amerikaner einmal mehr unfassbare Texterraffinesse. Und einen kleinen Gefallen tat er sich damit auch selbst, wenn er sagt: „It can just be fun. It can just be a song that I would want to play live.“ Also lassen wir ihn spielen, den Bub!

Bei nur vier Deutschlandkonzerten ist es ein wahres Glück, dass uns ein München-Besuch nicht verwehrt bleiben muss: Am 4. März ist es so weit und aus mir vollkommen unverständlichen Gründen gibt’s sogar noch Tickets. Ändert das, schleunigst.

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Brian Fallon & The Howling Weather // Support: Dave Hause // 4. März 2018 // 20.30 Uhr // Neue Theaterfabrik // VVK 26 Euro zzgl. Gebühren
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